Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Ins Englische übertragen von Markus Marti.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2010
Die neuen Texte von Eugen Gomringer sind für Felix Philipp Ingold durchaus etwas Besonderes. Schon, weil die Sonette bei ihm die Frage provozieren, ob Gomringer, der Meister der konkreten Poesie, mit ihnen seine innovativen Anfänge desavouiert. Experimentell erscheinen sie Ingold jedenfalls nicht, aber persönlich in dem Sinn, dass der Autor sich die "strengstmögliche" Form aussucht, um qua lyrischem Ich alltäglich Persönliches zu verhandeln. Und das mit handwerklichem Geschick, wie Ingold versichert, jedoch ohne die Form zu erweitern oder zu erneuern. Die Themen bleiben privat, Lebens- und Leseerfahrungen. Ingold scheint doch ein bisschen enttäuscht darüber. Gut, dass es eine englische Fassung dazu gibt. Die nämlich, meint der Rezensent, übertrifft die Vorlagen nicht selten an poetischer Qualität.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2010
Rezensent Michael Lentz würdigt Eugen Gomringer zu dessen heutigem 85. Geburtstag als "Urvater" der Konkreten Poesie und stellt seine beiden Bände mit Sonetten vor. Zunächst scheint ihm die traditionsbeladene Form als Widerspruch zu den ästhetischen Grundsätzen der Konkreten Poesie, doch schnell stellt der Rezensent fest, dass die relative formale Strenge sich als fruchtbar erweist. Der erste der beiden Bände, "eines sommers sonette", ist eine Sammlung von Gelegenheitsgedichten, die Orte, Persönlichkeiten oder Begriffe zum Gegenstand haben und einem Reimschema verpflichtet sind, das schon Georg Heym verwendete, erklärt Lentz. Der Band "der sonette gezeiten" dagegen geht auf die durch Petrarca populär gewordene klassische Sonettform zurück und wendet sich Künstlerkollegen und autobiografischen Stationen zu, lässt der Rezensent wissen. Darin gibt es aber auch ein Gedicht auf das von Gomringer gegründete "Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie", das "programmatisch" verstanden werden will, wie der Rezensent betont. Sinnbild dieser Poesie ist der Karpfen, verkündet Lentz und zitiert zum Schluss Gomringer: "sie schnappen offnen munds nach einem guten stücke / empfangen spende und entschwinden leise / sie sind im schweigen die berühmte lücke".
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