Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Valeska von Rosen
Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren
Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600
Klappentext
Caravaggios Gemälde verfügen über ein hohes Maß an Irritierendem, Uneindeutigem und Provokantem. Sie weichen von den tradierten visuellen Mustern ab, unterlaufen Darstellungskonventionen und verschieben durch die Erweiterung des Gattungsspektrums die Grenzen des Bildwürdigen. Wie lassen sich die offenkundig kalkulierten Verstöße gegen die Prinzipien der Angemessenheit und der Evidenz der Darstellung erklären in einer Zeit, in der in zuvor nicht gekannter Weise die religiöse Bildsprache normiert und auf die Ideale der katholischen Reform ausgerichtet werden sollte? Dieser Frage geht die vorliegende Studie nach und entwirft ein Modell der Beschreibbarkeit für die Veränderungen in der Malerei um 1600. Dabei wird Caravaggio nicht als der Solitär betrachtet, zu dem ihn die kunsthistorische Forschung lange Zeit gemacht hat. Seine Werke werden vielmehr eingebettet in die bislang nur begrenzt empirisch erschlossene und theoretisch nicht gewürdigte Bildproduktion der sogenannten Caravaggisten .
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2010
Das Caravaggio-Jahr hat die Monografie-Produktion ordentlich in Schwung gebracht, inzwischen hat der Barockmaler sogar seinen Renaissance-Kollegen Michelangelo weit überflügelt, verzeichnet Lorenz Enderlein, der drei der Neuerscheinungen bespricht. Valeska von Rosens Habilitation ist von einer engen Anbindung an aktuelle bildwissenschaftliche Diskurse geprägt, warnt der Rezensent vor, richtet sich also nicht an jeden Leser gleichermaßen. Auch wenn Enderlei nicht immer alle Deutungen teilt, ist er doch beeindruckt von Rosens Ausführungen zu den Fragen der Performativität und der Ambiguität, also der Tableauhaftigkeit von Caravaggios Bildern und ihre gezielten Unklarheiten.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.02.2010
Außergewöhnlich gelungen findet Florian Illies diese Publikation, die seiner Beschreibung zufolge den interessanten wie überzeugenden Versuch unternimmt, die Inszenierungspraxis in Caravaggios Bildern mit zeitgenössischen Theaterpraktiken zu verbinden. Daraus leite sie, wie man liest, eine sehr faszinierende Lesart der Gemälde Caravaggios ab, der, so die These, die "Bedeutungsbögen bis zum Platzen" spannen und mit seinen Inszenierungen als "tanzender Beleuchter" auf seinen Gemälden mehrere Diskurse und Ikonografien miteinander verbinden konnte.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2010
Christine Tauber lässt sich sehr angeregt zu Valeska von Rosens Habilitationsschrift über "Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren" vernehmen, die im Vorfeld des 400. Todestags des Malers in diesem Jahr erscheint. Die Autorin deutet darin nicht nur die originellen Bilderfindungen Caravaggios überzeugend als an die Theaterpraxis der Zeit angebundene Diskussion um die "Rolle der Malerei", lobt die Rezensentin gefesselt. Aus der Auslotung der "Grenzen des Darstellbaren", die sich aus den "ästhetischen Strategien" des Malers ableiten lässt - häufig als "künstlerische Mängel" missinterpretiert - ergeben sich zudem tiefgründige Fragen zur Malerei um 1600, denen Rosen nachgeht, so Tauber weiter. Als besonders verdienstvoll würdigt die Rezensentin, dass sich die Autorin zur Untermauerung ihrer Deutungen an die Malerei dieser Zeit wendet und dafür manche schwer zugängliche Quelle ausgräbt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








