Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alai

Ferne Quellen

Roman

Cover: Ferne Quellen

Unionsverlag, Zürich 2009
ISBN-10 3293004059
ISBN-13 9783293004054
Kartoniert, 153 Seiten, 14,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Chinesischen von Marc Hermann. Der scheue Junge verbringt seine Zeit lieber mit dem Pferdehirten auf den weiten Bergwiesen als mit den Menschen unten im Dorf. Oft erzählt ihm dieser von den fernen, heißen Quellen, in denen Männer und Frauen in heiterer Eintracht baden und von ihren Krankheiten genesen. Nichts wünscht sich das Kind seither sehnlicher, als zu diesen Heilquellen zu gelangen und der Enge seines Dorfes zu entfliehen. Als er viele Jahre später als Bezirksfotograf zu den Quellen vordringt, erlebt er eine bittere Enttäuschung: Wo einst das Wasser sprudelte und zum ausgelassenen Bad einlud, findet er eine hässliche, verlassene Betonlandschaft. Eine verfehlte Entwicklungspolitik hat eine Investitionsruine hinterlassen. Ein Traum ist gestorben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2010

Hat der osttibetische Autor Alai in seinem 2004 auf Deutsch erschienen, von der Kritik begeistert gefeierten Roman "Roter Mohn" seinen Helden noch mit "überwältigendem Witz" durchs Leben geschickt, muss sich Ludger Lütkehaus in seinem zweiten Roman an eine ungleich düsterere Tönung gewöhnen. Das autobiografisch grundierte Buch erzählt vom Aufeinanderprallen der tibetischen Traditionen mit der rücksichtsloser Modernisierung und Industrialisierung des Landes durch die chinesische Besatzung, erklärt der Rezensent. Die "Fernen Quellen" des Titels, lässt Lütkehaus wissen, sind der Sehnsuchtsort des jugendlichen Helden, am Ende werden sie durch ein "touristisches Großprojekt", das zudem niemals fertig gestellt wird, unwiederbringlich zerstört. Er findet es ausgesprochen mutig von Alai, dass er in diesem Roman, der dem Rezensenten weniger fiktional denn als "unbarmherziger Bericht" erscheint, auf Witz und Komik wie auch auf Flucht in den Mythos verzichtet und sich furchtlos der "niederschmetternden Tristesse" einer unumkehrbaren Entwicklung aussetzt.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren