Anders als klassische Einwanderungsländer steuerte die Bundesrepublik die Zuwanderung nicht nach Kriterien der Qualifikation. Dies führte zur Konzentration ethnischer Gruppen in Großstädten, meist in Stadtteilen mit hoher Armutsquote. Stefan Luft sieht darin die Hauptursache für die unzureichende Integration der Migranten sowie deren mangelnden Spracherwerb. Am Beispiel der türkischen Zuwanderung zeigt er, dass die Politik lange die Bewahrung von Herkunftsidentitäten in den Vordergrund stellte, heute jedoch zunehmend Integrations- und Anpassungsleistungen fordert. Er plädiert für einen migrationspolitischen Realismus jenseits von Skandalisierung und Multikulturalismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2010
Ein wenig mangelt es dem Buch an integrationspolitischem Realismus, stellt Frank Decker fest. Anderenfalls, so glaubt er, hätte Stefan Luft beim Thema "Zwangsintegration" in Sachen Bildung und bei der Frage, wie mit kultureller Andersartigkeit konkret umzugehen sei (Stichwort: Moscheenbau) etwas weiter ausgeholt. Was Luft über die Abwesenheit einer gezielten Integrationspolitik in Deutschland, aber auch zu den Grenzen staatlicher Steuerbarkeit der Migrationspolitik einfällt, spornt Decker hingegen nicht zum Widerspruch an. Scheint so, als fehlten dem Buch ein, zwei provokante Thesen.
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