"Eine junge Frau ohne Mann gehört niemandem, und dann manchmal auch allen. Das ist ihr Schicksal..." Beila, deren auffallend schönes rotes Haar ihr zum Verhängnis werden könnte, muss ihr geliebtes Dorf Arvinitza verlassen, als ihr Mann Jacob von den Wölfen geholt wird. Jahre der Angst und der Entbehrung liegen vor ihr, aber auch Begegnungen großer Leidenschaftlichkeit. Nach der Geburt ihres "Blumenkinds" ist sie gezwungen, immer weiter zu ziehen, bis in die östlichen Karpaten, in die Bukowina, und schließlich in das verträumte, weltabgeschiedene Marmatien. Hier blühen alte Mythen und Märchen, hier leben Deutsche und Juden, Ruthenen und Rumänen, Ungarn, Slowaken und Zigeuner in den Dörfern Seite an Seite, bis die Faschisten kommen...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2010
Das Buch lässt Peter Demetz erschüttert und begeistert zugleich zurück. In jedem Fall bleibt es ihm unvergesslich. Dabei erscheint ihm das von Claus Stephani für sein Buch reklamierte Genre des Romans eigentlich nicht ganz das richtige zu sein. Eher sieht Demetz darin eine melancholische Ballade, die ein weiteres Kapitel der "Schoa-Spurensuche" aufschlägt, diesmal in Siebenbürgen. Erzählt wird vom Glück und Leid zweier Frauen, einer jüdischen Mutter und ihrer Tochter. Und wie der Autor Sprachen und Dialekte verschiedener Volksgruppen und das Mythische und Märchenhafte und sogar das Kulinarische ihrer Welt entfaltet, das hat für Demetz schon etwas von einer enthnologischen Reise. Gern geht er da mit, denn Stephanis von seinem ethnologischen Interesse immer wieder abgelenkte Epik lässt ihn nur noch "inniger" mit dem Schicksal der Menschen sympathisieren.
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