Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Thierry de Duve
Auf, ihr Menschen, noch eine Anstrengung, wenn ihr post-christlich sein wollt!
Klappentext
Aus dem Französischen von Sabine Schulz. Wie ist es möglich, dass das Religiöse in der öffentlichen Sphäre so hartnäckig verwurzelt ist, dass Religion und Politik bei aller seit der Aufklärung unternommenen säkularen Anstrengung derart miteinander vermengt sind? Thierry de Duve konstatiert: Es hätte mehr bedurft, als mit der Französischen Revolution - dem entscheidenden Moment des modernen Säkularismus - die drei christlichen Maximen Glaube, Hoffnung, Liebe in die revolutionären Maximen Liberte, Egalite, Fraternite zu übertragen. Die Behauptung, die Moderne sei eine weltliche, ist schlicht eine (Selbst-)Täuschung. Um dies zu untermauern, zieht de Duve nicht nur die Thesen Marcel Gauchets über die Religion als Austritt aus der Religion sowie Alain Badious radikale Deutung der Paulus-Figur heran, sondern legt auch eine scharfsinnige Lektüre von Empfängnis, Geburt, Kreuzestod und Auferstehung Christi vor. Ebenso klug wie witzig ist seine Abrechnung mit dem zentralen Problem von Inkarnation, Vaterschaft und Marienkult. Die Erkenntnis der Ungewissheit der Vaterschaft wird zu einem Akt des Glaubens, der eine fundamentale Unsicherheit anerkennt. Den Weg, auf dem das Religiöse überwunden werden kann, sieht de Duve bereits im Christentum selbst angelegt, und zwar wirksamer noch als in seiner weltlichen Übersetzung
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Thierry de Duve: Auf, ihr Menschen - mehr beim Diaphanes Verlag
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.12.2009
Zunächst erklärt Rezensent Johannes Thumfart den etwas sperrigen Titel dieser Streitschrift als Anlehnung an ein Pamphlet des Marquis de Sade: "Auf, ihr Franzosen, noch ein: Anstrengung, wenn ihr Republikaner sein wollt!" sollte vor einem Rückfall der französischen Revolutionäre ins Christentum warnen. Was der belgische Kunstwissenschaftler Thierry de Duve nun mit seiner Schrift bezweckt, wird aus Thumfarts Erläuterungen nicht ganz klar. Duve fordert offenbar eine weitere Säkularisierung des Bildes, Pomp und Spektakel sind ihm reaktionär. Dabei beruft er sich aber auch auf das Christentum selbst, das, wie Jean-Luc Nancy zitiert wird, tatsächlich ein Atheismus sei und die Opposition gegen das Bild in sich trage. Aber schließlich sei nicht das Christentum, sondern die Frauenfeindlichkeit das eigentlich Problem. Und spätenstens hier macht dann auch der Rezensent nicht mehr mit. Fand er noch Duve Ausführungen zum Fetisch Bild originell, erscheint ihm dieser feministische Teil recht "platt".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








