Aus dem Englischen von Andreas Flückinger. In Bernard O?Donoghues Gedichten erscheinen Gestalten aus der mythischen und historischen Überlieferung Irlands, im Mittelpunkt aber stehen meist einfache ländliche Menschen der Gegenwart: Erzähler scheinbar einfacher Geschichten, die nebenan leben oder gelebt haben könnten. Gerade aus dem Einfachen entsteht ein bewegender Eindruck von diesem rauen und doch so lieblichen Land, von seiner Vergangenheit, seiner landschaftlichen Gegensätzlichkeit und seiner sprachlichen Eigenheiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2009
Der Dichter Bernard O'Donoghue lehrt seit mehr als vierzig Jahr Mediävistik in Oxford, informiert uns Rezensent Tobias Döring, und wenn er in seinen Gedichten "Hier noch dort" seine irische Heimat beschwört, wird für Döring schnell klar, dass O'Donoghue sie vor allem als Reich der Erinnerung bewohnt: das Heimweh, das Grün, der Nebel, der Torf - für Döring haben diese, Irland ja immer wieder angehefteten Etiketten doch kaum noch etwas mit dem realen Land im 21. Jahrhundert zu tun. Und so bewegen sich für den Geschmack des Rezensenten O'Donoghues Gedichte auch "hart am Rande des Betulichen". Beinahe hätte er sie auch als belanglos beiseite gelegt, wenn ihm nicht doch noch eine gewisse "Reibungsenergie" aufgefallen wäre, die sich aus dem immer noch schmerzlichen Widerspruch ergibt, mit englischen Worten über die irische Naturidylle zu schreiben.
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