Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Hans Werner Henze war eine Ausnahmeerscheinung der deutschen Nachkriegskultur. Seine Opern lösten Eklats aus. Als radikaler Nonkonformist kehrte er der Enge der Adenauer-Jahre den Rücken, um sich in Italien niederzulassen. Als erklärter Pazifist und Antifaschist ergriff er 1968 die Partei der aufbegehrenden Studenten, solidarisierte sich mit kubanischen Revolutionären und beherbergte den vom Attentat genesenden Rudi Dutschke. Er stand in engem Austausch mit führenden Musikern und Schriftstellern seiner Zeit - die Freundschaft mit der Dichterin Ingeborg Bachmann ist legendär. Henze hat nicht nur großartige Werke von Weltrang geschaffen, sondern ein faszinierend vielseitiges Leben geführt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2010
Nur passabel scheint Rezensent Peter Hagmann diese Biografie des Komponisten Hans Werner Henze, die Jens Rosteck vorgelegt hat. "Manches" hat er bei der Lektüre über dessen "prallvolles" Leben erfahren. Er schätzt Rostecks umfangreiche Recherchen und attestiert ihm, chronologische Erzählung und thematische Vertiefung gut verbunden zu haben. Zu seinem Bedauern bleibt die Musik aber ausgespart. Sichtlich genervt ist er vom redundanten Stil des Autors. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem "unmäßig aufgeblasenen Wortschwall", der permanent auf den Leser niedergehe. Auch dass sich Rosteck gelegentlich zum Apologeten Henzes macht, schmeckt ihm nicht, denn das hat der Komponist seines Erachtens nicht nötig. Hagmann liest da doch lieber Henzes "Böhmische Quinten", in denen der Komponist "sein Leben betreffend, selber das Wort ergreift".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.12.2009
Ausgesprochen gut kommt diese Biografie bei Hans-Jürgen Linke an, der ihren Autor Jens Rosteck besonders dafür schätzt, dass er das Privatleben des Komponisten ebenso diskret wie präzise behandelt und nie in die emotionalen Fallen einer allzu geringen Distanz zum Gegenstand gerät. Dennoch schaffe Rosteck in seinem, von Linke als schlüssig und verlässlich gelobten Text, sowohl emotionale Nähe herzustellen als auch den objektivierenden Gestus des Chronisten einzunehmen. Wichtigste Figuren im Leben Hans Werner Henzes seien neben den Eltern Ingeborg Bachmann und Fausto Moroni. Das letzte Kapitel nehme die Perspektive eines alten Mannes ein, dessen nächste Mitmenschen nicht mehr bei ihm sind.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2009
Zwiespältig scheint Rezensent Wolfgang Schreiber diese Biografie des Komponisten Hans Werner Henze, die Jens Rosteck vorgelegt hat. Einerseits lobt er die lebendige Darstellung und die "süffige" Erzählweise des Autors und hebt auch die zahlreichen "Facetten und Details" und Zitate von Freunden und Zeitgenossen hervor. Andererseits findet er den "saloppen Ton" der Biografie irgendwann ermüdend. Zudem hält Schreiber dem Autor einige "schiefe Bilder" und "unscharfe Einstellungen" vor. Außerdem kommt seines Erachtens das musikalische Schaffen Henzes deutlich zu kurz.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
Ganz ernstzunehmen ist diese Biografie des Komponisten Hans Werner Henze in den Augen der Rezensentin Julia Spinola wohl nicht. So ganz deutlich spricht sie es nicht aus, jedoch weisen einschlägige Bewertungen wie "naiv", "emphatisch geschrieben", "superlativisch" doch sehr klar in diese Richtung. Die Bewunderung des Autors für seinen Gegenstand, so kann man es vielleicht zusammenfassen, ist einfach zu groß. Und der Gegenstand selbst, Henze eben, hat eine Kunst daraus gemacht, sich den Blicken normalsterblicher Beobachter aufs Gut in Italien zu entziehen. So wird zwar manches Bekannte - etwa die Beziehung zu Ingeborg Bachmann - "eindringlich" geschildert; wie weit Jens Rosteck überhaupt Zugang zu Henze hatte, wird, wie Spinola bedauert, nie klar. So bleibt eine Empfehlung nur für Leser mit Interesse an einem "modernen Künstlermärchen".
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