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Alexandre Kojeve, Leo Strauss
Kunst des Schreibens
Klappentext
Herausgegeben und eingeleitet von Andreas Hiepko. Mit einem Nachwort von Friedrich Kittler. Die Freundschaft von Alexandre Kojeve und Leo Strauss reicht bis in die frühen 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Sie äußerte sich, wie ihr Briefwechsel (1932-1965) zeigt, in erster Linie als intellektuelle Auseinandersetzung, die zuweilen auch publizistische Früchte, wie "Über Tyrannis" (1963), trug. Der vorliegende Band vereint zwei Texte zu einem anderen Thema: Die Kunst des Schreibens. Zum einen Alexandre Kojeves Text "Kaiser Julian und die Kunst des Schreibens", der zuerst 1964 in englischer Übersetzung in einer Festschrift für Leo Strauss erschien, zum anderen den Aufsatz des Jubilars von 1941, auf den sich Kojeve ausdrücklich bezieht: "Verfolgung und die Kunst des Schreibens". Es geht also um das Verhältnis von Exoterik und Esoterik, um das, was gesagt wird und das, was unausgesprochen bleibt. Und darum, ob es eine spezielle Schreibtechnik gibt, "eine Technik, an die wir denken, wenn wir vom Zwischen-den-Zeilen-Schreiben sprechen", die zu verstehen gibt, was nicht ausgesprochen wird. Abschließend stellt Friedrich Kittler Kaiser Julians so genannte Apostasie in ihren medien- und institutionsgeschichtlichen Kontext, in den jede "Kunst des Schreibens" eingebunden ist.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.12.2009
Erfreut zeigt sich Rezensent Stefan Dornuf über diesen Band mit zwei erstmals in deutscher Übersetzung vorliegenden Essays von Leo Strauss und Alexandre Kojeve über die "Kunst des Schreibens". Beide Texte - Strauss' Aufsatz "Verfolgung und die Kunst des Schreibens" und Kojeves Artikel "Kaiser Julian und seine Kunst des Schreibens", ein Beitrag zu einer Festschrift zu Ehren von Strauss - scheinen ihm überaus "gewichtig" und "dicht". Sie thematisieren nach Dornuf das Verhältnis von exoterischer und esoterischer Rede. Dabei hätten der Aristoteliker Strauss und der Hegelianer Kojeve sachlich kaum etwas gemein. Dornuf sieht allerdings doch eine, wenn auch implizite Gemeinsamkeit: beide folgen der von Karl Kraus formulierten Maxime: "Was der Zensor versteht, wird mit Recht verboten". Zensur erscheine damit, positiv gewendet, als ein "verkleideter Segen", der Denker oder Dichter zu "immer größerer Knappheit und Präzision" zwingt.
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