Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Grigori Rjaschski

Moskau. Bel Etage

Roman

Cover: Moskau. Bel Etage

Kiepenheuer und Witsch Verlag, München 2009
ISBN-10 3462040715
ISBN-13 9783462040715
Gebunden, 400 Seiten, 22,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit einem Vorwort von Ljudmila Ulitzkaja. Aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt. Gleich bei den Patriarchenteichen, dort, wo die Geschichte von "Der Meister und Margarita" ihren Ursprung nahm und wo heute Moskaus Neue Mitte erwächst, steht der Inbegriff Moskauer Jugendstils, erbaut von Semjon Mirski, Architekt und angesehenes Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Dort wohnt auch der Erbauer selbst mit seiner Frau, Rosa Markowna Mirskaja, in direkter Nachbarschaft zu den hohen Persönlichkeiten der Stadt. Doch wer angesehen ist und wer nicht, ändert sich mit den Zeitläufen, und so verändert sich auch die Nachbarschaft der Mirskis zwischen den Jahren der Oktoberrevolution und dem Zusammenbruch der Sowjetunion mehrfach. Und auch in der Familie Mirski geraten die jüdischen Traditionen von einer Generation zur nächsten immer mehr ins Wanken, wäre da nicht der beharrliche Wille der Mutter, Groß- und Urgroßmutter Rosa, die mit unendlicher Geduld die Familie zusammenhält.
Angelehnt an die Geschichte der russisch-jüdischen Familie Ginzburg, der er selbst wie auch seine Cousine Ljudmila Ulitzkaja entstammen, entwirft Grigori Rjaschski ein lebendiges Panorama der russischen Gesellschaft im Wandel der Zeiten - in dessen Mittelpunkt Rosa Markowna, erhaben über die Unbill der Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2009

Für den Rezensenten Ulrich M. Schmid ist es nicht die psychologische Figurenzeichnung, die Grigori Rjaschskis Roman über eine russisch-jüdische Familie im 20. Jahrhunderts in einem Moskauer Haus so reizvoll machen. Denn die Familienmitglieder der Mirskis, deren männliche Vertreter eine künstlerische Ader und eine ungebremst ausgelebte Sexualität eint, werden konsequent von außen dargestellt und erschließen sich allein durch ihre Haltungen und Handlungsmaximen, erklärt der Rezensent. Seine Wirkung nun erziele der Roman durch das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Menschen und der Fragen, die sich durch die individuellen Erfahrungshintergründe wie die Haft im Gulag, oder das Denunzieren Unschuldiger zum eigenen Vorteil ergeben. Bei Rjaschski liegt die "literarische Wahrheit" in dem "kontrollierten" Aufeinanderprallen von "Geschichte, Individuum und Ort". In seinen geradezu filmischen Szenen gelinge dem Autor, der in Russland auch als Filmproduzent und Drehbuchautor bekannt ist, so etwas wie die "symbolische Autobiografie" einer ganzen Familie, preist der Rezensent.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus
Anzeige
Kiwi bei Facebook

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren