Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Wie unter dem Vergrößerungsglas erschließt sich in Friedrich Dieckmanns Dokumentarerzählung ein Schriftstellerleben in den Bedrängnissen und den Anforderungen seiner Zeit. Schiller, der Briefschreiber, tritt neben den öffentlichen Autor, Begebenheiten naher und ferner Politik fallen ebenso in die Erzählung wie häusliche Umstände, Freund- und Feindschaften; in der Sprache der Zeit malt sich das Klima der Epoche. Schillers Abschied vom Drama, von der Dichtung fällt in das Jahr 1790; eine Jenaer Professur zehrt die Kräfte des etablierten Rebellen auf. Bis zur Wiederkehr des Dramas braucht es acht Jahre, in denen das Drama der Epoche sich auf der französischen Revolutionsbühne vollzieht. Im Jahre 1798 ist es dann soweit: "Wallensteins Lager" kommt am Weimarer Hoftheater zur Uraufführung; im folgenden Jahr rundet sich die dreiteilige Tragödie, mit der Schiller an Goethes Hand wieder auf die Bühne findet.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2010
Friedrich Dieckmanns Studie über Schillers Schaffen von 1789 bis 1799 zwischen Abwendung vom und Rückbesinnung auf das Drama, stellt sich für Thomas Meissner nicht zuletzt als Problem der Form dar. Dieckmann nennt seine Studie ein "erzählendes Buch" und experimentiert, in den Augen des Rezensenten allerdings zu halbherzig, mit dem inneren Monolog. Daneben aber biete der Autor so viele Zitate und Textanalysen, dass hier ein Register unbedingt nötig gewesen wäre, beschwert sich Meissner. Nicht mit allen Interpretationen Dieckmanns ist er einverstanden, so meldet er Zweifel an der Deutung an, Wallensteins Zaudern spiegele Schillers eigene Lage als "Regimentsmedikus" beim württembergischen Herzog wider, oder seine zehn Jahre währende Abstinenz vom Drama sei damit zu erklären, dass er als frischgebackener Familienvater noch nicht zu einer "Vatertragödie" bereit gewesen sei. Meissner stört sich aber auch an überambitionierten Formulierungen, weitschweifiger Darstellung und "ins Leere laufenden" Pointen, so dass er am Ende bedauert, dass Dieckmann seine an sich inspirierende und faszinierende Fülle an Material nicht konzentrierter verarbeitet hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2009
Zwei neue Bücher über Friedrich Schiller und die Politik bespricht Rezensent Gustav Seibt im Vergleich. Neben dem vorliegenden auch Walter Müller-Seidels sehr zunftgemäß germanistische Studie mit dem Titel "Schiller und die Politik". Der Rezensent macht aber kein Hehl daraus, dass ihm Friedrich Dieckmanns essayistisches Werk in eigentlich jeder Hinsicht das liebere ist: In der "Brillanz", mit der dieser Autor schreibe, aber auch in der Originalität, mit der er schon vor Müller-Seidel dem politischen Schiller auf seinen Wegen - und auf seinem Weg "zurück zum Drama" - folge. Vielfältig in der Form, von "inneren Monologen" zu höchst schlüssigen Deutungen des Werks, ist das Buch praktischen Fragen ebenso nah wie dem weiteren zeitgeschichtlichen Horizont. Seibt kann nur staunen, die "pure Lesefreude" loben, die das "großartige Buch" ihm bereitet hat, und es aufgrund seines unverstaubten Schillerbilds jedermann, insbesondere aber auch den Deutschlehrern dieser Welt sehr empfehlen.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








