Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Ukrainischen und mit einem Glossar von Claudia Dathe. Erzählungen und Bilder aus der Ukraine - fünf Jahre nach einer Revolution, die womöglich gar keine war? Was bleibt von der Orangen Revolution, in einem Land zwischen Finanzkrise, Oligarchen und Polit-Elite mit ihren Machtspielen. Der ukrainische Autor Serhij Zhadan und der polnische Fotograf Jacek Dziaczkowski erzählen von Clowns im Auslandseinsatz, Bergarbeitern im Donbass, von der neuen Mittelschicht in Kiew, den Kiffern von Charkiw und ganz normalen Leuten auf den Straßen Lembergs: poetisch und krass, zärtlich und genau.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.11.2009
"Polemisch, ganz down-to-earth und schonungslos direkt" - das ist der Stil Serhij Zhadans im Erzählband "Die Selbstmordrate bei Clowns" für Schriftstellerin Ilma Rakusa, die in ihrer Rezension gleich zwei Bücher des Ukrainers liest, den sie für herausragend hält. Dabei wird im Straßenjargon - der auch in der Übersetzung durch Claudia Dathe nichts verliere - erzählt, so dass die Geschichten und Glossen aus dem Jahr der Orangen Revolution immer auch etwas Zupackendes besitzen, wie Rakusa angetan feststellt. Das Buch wettere gegen Korruption, Wettbüros und Bürokratie und liefere schließlich ein Panorama des wahnwitzigen ukrainischen Alltags. Eine großartige Gesellschaftsdarstellung, die Rakusa am Ende auch nachdenklich stimmt, wenn Zhadan Literatur als Produkt eines Gesprächs mit den Toten beschreibt - oder wenn sich ein Schriftsteller mit einsturzgefährdeten Kaufhäusern, Klubs voller Geister und Flüsse voller Leichen anfreunde.
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