Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Übersetzt und kommentiert von Rosemarie Tietze. Anna Karenina ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt der glanzvolle Offizier Graf Wronskij in ihr Leben, und sie opfert alles: den Mann, den Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre bedingungslose Liebe scheitert und führt zu Eifersucht, Hass und Verzweiflung. Die Tragödie einer Frau wird bei Tolstoi zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Russland des 19. Jahrhunderts. Rosemarie Tietze hat dem Werk eine moderne Gestalt gegeben und es mit Nachwort und Kommentaren versehen.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.12.2009
Akute Suchterscheinungen nach dieser Prosa gibt Ilma Rakusa nach wiederholtem Anna-Karenina-Lesen zu Protokoll, woran ihrer Beschreibung zufolge auch diese jüngste Neuübertragung von Rosemarie Tietze ihren Anteil hat, samt der darin "funkelnden Funde" und "lustvollen Anschaulichkeit", weshalb die Rakusa diese Übersetzung schlicht einen "Glückfall" nennt. Nicht nur, dass Tietze aus Kritikerinnensicht die Figurenstimmen überzeugend herausgearbeitet hat, "akribische Details handfest-exakt" wiederzugeben und sogar dem "stilistischen Diapason" und sprachlichen Rhythmus' Tolstois gerecht zu werden verstand. Auch das Nachwort, in dem die Übersetzerin ihren Ansatz darlegt, überzeugt die Kritikerin sehr.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
Rezensentin Sabine Berking hat Lew Tolstois "Anna Karenina" gar nicht mehr so in Erinnerung, wie das Buch ihr in der Neuübersetzung von Rosemarie Tietze entgegentritt. Nach 50 Jahren ist es die erste neue Übertragung ins Deutsche und dann noch erstmals von einer Frau, freut sich die Rezensentin, die nach einem etwas holprigen Anfang die neue deutsche Fassung sehr zu schätzen weiß. Überhaupt geht ihr jetzt auf, wie modern der Roman ist und wie gut er auch zur "Unbehaustheit" der Menschen von heute passt. Vielleicht liegt es auch an Tietzes Sprache, die, wiewohl sie sich eng ans Original hält, insbesondere bei der mündlichen Rede einen "salopperen" Ton anschlägt, so dass ihr nun jenseits der unglücklichen Liebesgeschichte der Anna Karenina auch Nebenfiguren und aktuelle Themen wie die Frage nach der Kinderbetreuung stärker ins Auge fallen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2009
Rezensentin Hannelore Schlaffer hat Leo Tolstois Epos "Anna Karenina", das nun in einer neuen deutschen Übersetzung vorliegt, mit großer Begeisterung (wieder) gelesen. Der "grandiose" Roman darf in ihren Augen nicht auf die bekannte tragische Ehebruchsgeschichte zwischen Anna Karenina und dem jüngeren Offizier Wronski reduziert werden. Sie sieht in dem Werk wesentlich mehr: eine "romanhafte Kulturgeschichte" Russlands, das Panaroma einer "Übergangsepoche", in dem sich die Krise der Menschen zwischen Tradition und Moderne, Glaube und Unglaube, alter Ordnung und politischer Utopie spiegelt. Schlaffer würdigt Tolstois hohe Kunst der Personencharakterisierung, des inneren Monologs und des Dialogs, durch die die Figuren des Romans dem Leser bald wie "gute Bekannte" erscheinen. Die Übersetzung von Rosemarie Tietze hält sie für philologisch sehr akribisch und daher für wesentlich werkgetreuer, aber auch für etwas weniger elegant als frühere Übertragungen, wie etwa die von Fred Ottow aus dem Jahr 1964.
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Uangenehm plausibel
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