Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Tel Ilan ist ein kleiner Ort irgendwo im nördlichen Israel. Umgeben von Weinbergen und Obsthainen, erinnert hier noch manches an die Gründergeneration, doch neben den baufälligen Unterkünften für Saisonarbeiter finden sich heute Galerien, Boutiquen und Restaurants, das unspektakuläre und provinzielle Tel Ilan lebt mittlerweile mehr von Wochenendtouristen und Schnäppchenjägern als von Landwirtschaft. Amos Oz erzählt in seinem neuen Buch von den Einwohnern dieses kleinen Kosmos, ihren unerfüllten Sehnsüchten, ihrem Scheitern, von Menschen, die zwischen dem, was hätte sein können und wohl nie sein wird, ihr scheinbar durch und durch alltägliches Leben führen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2010
Rezensentin Stefana Sabin bewundert Amos Oz auch in diesem Buch für sein Talent, Alltagsunglück und -leben literarischen Glanz und der Banalität eine allgemeinmenschliche Gültigkeit zu verleihen. Auch kehrt der israelische Autor ihrem Eindruck zufolge mit dieser Erzählsequenz über einfache Leute und ihr einfaches Leben zu seinen literarischen Anfängen zurück. Wie bereits in seinem 1966 erschienenen Buch "Ein anderer Ort" verzichte Oz auf eine zusammenhängende Handlung, schreibt die Kritikerin, und stelle "allein aus der Beschreibung von Beziehungen und Befindlichkeiten" die Spannung her, die durch die Erzählungen führen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2010
Große "Rhetoriker", stellt die Rezensentin Anja Hirsch fest, sind oft die Figuren bei Amos Oz. Im vorliegenden Band mit Erzählungen jedoch sei das durchaus anders. Zurückgenommen die Stimmen der Charaktere, zurückgenommen auch die Atmosphäre des Erzählens selbst. Und gerade das, so Hirsch, erzeugt umso eindrücklicher die Effekte der Unheimlichkeit, auf die Oz in diesen sichtlich an E.T.A. Hoffmann geschulten Geschichten hinauswill. Wenn in "Graben" eine Frau im eigenen Haus ein unerklärliches Geräusch zu hören beginnt, wenn in einer anderen Geschichte eine Frau auftaucht und wieder verschwindet: Immer gehe es, meint Hirsch, um das Fremde, das eigentümlich vertraut ist. Und Amos Oz' Meisterschaft zeigt sich, schließt sie, nicht zuletzt darin, dass er mit aller Vorsicht die Geschichten aus diesem von ihm erfundenen Dorf sinnfällig zu verbinden und verknüpfen verstehe.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2009
Rezensentin Meike Fessmann ist auf unheimliche Weise berührt von diesem Buch von Amos Oz. Die acht lose verknüpften Geschichten ergeben für sie ein "kongeniales Pendant" zu Oz' großem Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis", indem sie die Verlorenheit und Einsamkeit des Menschen diesmal im Kleinen exemplifiziert, im Alltag Einzelner und notdürftig miteinander verbundener Menschen. Laut Fessmann geht es diesmal auch nicht um Israel und die Schoah, sondern um den "ganz normalen, modernetypischen" Riss in der Familie, respektive der Welt. Daran, dass dieses allgemeine Thema bei Oz besondere Behandlung erfährt, lässt Fessmann allerdings keinen Zweifel. Im Hinblick auf das Handwerk, auf die Zeit- und Figurenbehandlung, findet die Rezensentin, ist dieses Erzählen "höchst anschaulich" und überhaupt nicht banal, sondern unterhaltsam und, weil es an die Geheimnisse und Merkwürdigkeiten der Menschen rührt, eben auch ein bisschen unheimlich.
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