Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Er hasst den Sport, aber er hat keine andere Wahl. Bei einem Wettkampf im "Reichsprotektorat" wird sein Talent als Läufer entdeckt; er ist siebzehn. Auf der ersten Meisterschaft nach dem Krieg läuft er zwei Landesrekorde. Sein Laufstil lässt zu wünschen übrig, aber er ist sein eigener Coach, trainiert mit schwerem Schuhwerk, hängt sich Gewichte ans Bein und erfindet den Endspurt. Auf der ersten Nachkriegsolympiade in London holt er Gold für die CSSR. Er wird zum Leutnant befördert. Vier Jahre später, in Helsinki, dreimal Gold. Die Welt jubelt ihm zu.
Er hält acht Weltrekorde. Er wird zum Hauptmann befördert. Und läuft immer in Rot, der Farbe der proletarischen Revolution: Er ist zur Symbolfigur für den Erfolg des realen Sozialismus geworden. Nur einmal stand er auf der "falschen" Seite: Im "Prager Frühling", als er auf dem Wenzelsplatz von einem Panzer herab die sowjetischen Soldaten aufforderte, nach Hause zurückzukehren. Er wird für acht Jahre in ein Uranbergwerk verbannt, darf nach Prag zurück. Aber wenn er, zur Müllabfuhr relegiert, hinter einem Karren durch die Vorortstraßen läuft, jubelt ihm die Bevölkerung immer noch zu.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Jean Echenoz: "Laufen" - Mehr Infos beim Berlin Verlag
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.04.2010
Steffen Richter lobt die Kunst des Autors Jean Echenoz als eine der Erleichterung, des intelligenten Weglassens. Scheinbar klar, dass sich diese Gabe wunderbar entfalten kann, wenn sich der Autor dem Laufen, auch eine Kunst der Leichtigkeit, zuwendet. Doch was, wenn der Held der legendäre tschechische Langstreckenläufer Emil Zatopek ist, dessen Lauf den Rezensenten an ein Schaufeln und Schuften erinnert, keine Spur von Leichtigkeit also? Seine Geschichte erzählt Echenoz laut Richter anhand mit Bedacht ausgewählter Szenen aus Zatopeks Leben und abseits traditioneller Läufergeschichten und ihrer Kategorien, wie Einsamkeit und Identität, nämlich eben mit Blick auf den schweren Stil. Und kommt dadurch so richtig in Form, weil sein eigener Stil sich so schärfer konturiert denn je. Findet jedenfalls Richter.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2010
Hingerissen ist Christoph Bartmann von Jean Echenoz' schmalem Roman über den tschechischen Ausnahmeläufer Emil Zatopek. Dieses Buch, das die Lebensgeschichte des Langstreckenläufers mit dem Einmarsch der Deutschen in Mähren beginnen lässt und dessen letztes Kapitel mit Zatopeks Engagement im Prager Frühling beginnt, in dessen Folge er von Partei und Armee ausgeschlossen und zum Müllmann degradiert wird, ist weder Biografie noch mit Einfühlung und Dialogen gefülltes Lebensbild, betont der Rezensent. Ein besonderes Interesse an den politischen Umständen erkennt Bartmann allerdings ebenso wenig, denn in seinen Augen geht es in diesem Roman um das Laufen selbst. Auf jeden Fall aber ein kleines "Meisterwerk", das die Einordnung in Kategorien wie Fiktion, Biografie oder Historie "elegant offen lässt", wie Bartmann preist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.01.2010
Thomas Laux zeigt sich von diesem Roman, der vom tschechischen Langstreckenlaufwunder Emil Zatopek erzählt, bewegt und eingenommen. Der französische Autor Jean Echenoz stützt sich darin, wie schon in seinem Romanvorgänger "Ravel" auf biografische Daten und nähert sich seinem Protagonisten mit taktvoller Einfühlung, findet der Rezensent. Dass er dabei von Zatopek, der nach Goldmedaillen und Hofierung durch das Regime wegen seiner Unterstützung Dubceks fallen gelassen wurde, nicht mehr enthüllt, als der Läufer selbst von sich "zu zeigen bereit" war, ist Laux dabei sehr sympathisch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Eingenommen ist Rezensent Kolja Mensing für Jean Echenoz Roman über den berühmten tschechischen Langstreckenläufer Emil Zatopek. Ihm gefällt der lässige Plauderton, in dem der Autor die Geschichte des Ausnahmesportlers erzählt: von ersten Erfolgen im besetzten Protektorat Böhmen, von Wettkämpfen nach dem Krieg in Berlin, vom großen Triumph bei der Olympiade Helsinki 1952, wo Zatopek drei Goldmedaillen holte, und auch von der Rede in Prag 1968, durch die der einstige Nationalheld in Ungnade fiel. Für Mensing hat Echenoz' "lockerer Tonfall" Methode: denn damit gelinge es dem Autor, Zatopek fast beiläufig von allem "falschen Pathos" zu befreien.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








