Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Olga Bario Jimnez (Hrsg.), Eva Schestag (Hrsg.)
Eine Sammlung chinesischer Klassiker
Das alte China. Von Kaiser zu Kaiser. Die goldene Truhe. Der Aufstand der Zauberer. Drei Zeichen Klassiker
Klappentext
Aus dem Chinesischen u.a. von Wolfgang Bauer, Herbert Franke, Eva Schestag, Manfred Porkert. Die chinesische Literatur ist eine der ältesten und reichsten Literaturen der Welt. In vier Bänden und mit einem Begleitband, mit Neuübersetzungen und neu entdeckten Übersetzungen bietet die Sammlung chinesischer Klassiker ein in seiner Form nie da gewesenes Panorama der klassischen chinesischen Literatur, Poesie und Romane in deutscher Sprache - die Entdeckung einer großen Literatur.
Band 1: Das alte China. Die Anfänge der chinesischen Literatur. Band 2: Von Kaiser zu Kaiser. Die klassische chinesische Lyrik und Kunstprosa. Band 3: Die goldene Truhe. Chinesische Novellen. Band 4: Der Aufstand der Zauberer. Ein Roman aus der Ming-Zeit. Als besonderes Geschenk: Der legendäre Drei-Zeichen-Klassiker - Ein Abriss der Jahrtausende alten konfuzianischen Tradition in 1200 Zeichen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2010
Höchste Anerkennung zollt Rezensent Ludger Lütkehaus dieser großen Anthologie chinesischer Klassiker aus zwei Jahrtausenden in vier Bänden, die Eva Schestag und Olga Barrio Jimenez herausgegeben haben. Er lobt die Edition insbesondere für die kundige Auswahl der Texte, ihre glänzenden Übersetzungen und die erhellende Kommentierung. Sie offenbart für ihn den außergewöhnlichen Reichtum der chinesischen Literatur. Der erste Band bietet nach Auskunft von Lütkehaus vor allem philosophische Klassiker, der zweite klassische chinesische Lyrik. In diesem Zusammenhang hebt er hervor, dass das lyrische Erbe Chinas in der Nachdichtung deutscher Dichter wie Bert Brecht, Günter Eich, Rolf Dieter Brinkmann präsentiert wird. Höchst kunstvolle Novellen findet er dann im dritten Band, während der vierte Band mit nur einem Roman aus dem frühen 17. Jahrhundert aufwartet, was nach Ansicht des Rezensenten dadurch gerechtfertigt ist, da dieser die "Vergegenwärtigung einer ganzen Welt" darstellt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2009
Wie "kühn" es ist, in einer vierbändigen Klassiker-Ausgabe einen Einblick in dreieinhalbtausend Jahre chinesische Literatur geben zu wollen, führt Christoph Bartmann vor Augen, nichtsdestotrotz ist er sehr dankbar für diese erste Begegnungsmöglichkeit. So kann man anhand der vier Bände eine Entwicklungsgeschichte der Gattungen nachvollziehen, von einfachen Formen bis zum Roman, freut sich der Rezensent. Bei Sichtung der Lyrik allerdings geht ihm die Unmöglichkeit auf, sie adäquat ins Deutsche zu bringen, und er weist auch darauf hin, dass die Übersetzer und Nachdichter zumeist ohne Kenntnis des Originals auskommen mussten. Bei den Novellen und dem Roman dagegen fällt dieses Problem nicht so schwer ins Gewicht, versichert Bartmann, und er findet, dass man hier eine gute Vorstellung von der chinesischen Literatur bekommt. Den Roman "Aufstand der Zauberer" in einer Nachdichtung aus dem 16. Jahrhundert schließlich, hat der Rezensent als "wild-burlesken historischen Fantasy-Roman" genossen. Und auch wenn er in China als "Trivialliteratur" gewertet wird, hat ihm das Buch Lust auf weitere Klassiker der chinesischen Literatur gemacht, wie er betont.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2009
Seine Ansprüche als "pingeliger Sinologe" sieht Wolfgang Kubin mit diesen vier Bänden im Schuber nicht immer ganz erfüllt. Aber der interessierte Laien könnte angesichts dieser Sammlung chinesischer Prosa und Lyrik von der schier überbordenden "Fülle" der chinesischen Literatur glatt überwältigt werden, versichert der Rezensent, der sich dann - doch recht pingelig - die einzelnen Bände vornimmt. Den Novellenband "Die goldene Truhe", der bereits 1959 zum ersten Mal auf Deutsch erschien, lässt Kubin durchaus als repräsentativen Einblick in die chinesische Novellen aus fast 2000 Jahren gelten, zumal diese, wie er schwärmt, "hinreißend" übersetzt sind. Bei dem Roman "Der Aufstand der Zauberer" ist er sich da schon weniger sicher, hält er seine literarische Bedeutung doch für eher zweitrangig. Aber auch hier versöhnt ihn die wunderbare Übersetzung des "Sprachkünstlers" Manfred Porkert. In der Anthologie "Von Kaiser zu Kaiser" mit klassischer Lyrik und ausgewählten Prosatexten hätte er gern den Essays etwas mehr Platz eingeräumt gesehen, schade findet er auch, dass keine Gedichte aufgenommen wurden, die nach dem 13. Jahrhundert entstanden sind. Schließlich nimmt sich Kubin noch den Band "Das alte China" mit Texten zu den Anfängen von Philosophie und Literatur vor und hier befürchtet er, dass die meisten Leser trotz der Kommentare der Herausgeberin Eva Schestag nicht immer werden folgen könne, da sie oft auf ältere Übersetzungen zurückgreife, denen eine englische Ausgabe zugrunde lag. Festzuhalten aber bleibt am Ende, dass Kubin trotz aller wissenschaftlichen Einwände diese Sammlung chinesischer Klassiker als Einblick in die "Fülle und den Reichtum" des alten China würdigt - jedenfalls für den Laien.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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