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Klappentext
Aus dem Chinesischen von Ulrich Kautz. Die Sonne geht unter über der chinesischen Provinz Henan und taucht das Tal in Rot. Ein toter zwölfjähriger Junge erscheint seinem Großvater in dessen Träumen und erzählt uns diese unglaubliche Geschichte: Vor vielen Jahren folgten die Bürger im Dorf Dingzhuang einem Aufruf der Regierung und verkauften ihr Blut. Ein besseres Leben wurde ihnen versprochen, und der Großvater, Lehrer und Dorfvorsteher, riet ihnen gut zu. Sein ältester Sohn organisierte den Handel, und für eine Weile zog tatsächlich ein wenig Wohlstand ein. Dann aber kam die Krankheit, die die einstigen Spender schlicht das Fieber nennen und die sie nun aus dem Leben weht wie tote Blätter von den Bäumen. Yan Lianke erzählt von einer Schicksalsgemeinschaft und ihrem zum Scheitern verurteilten Versuch, in einer extremen Situation menschlich zu bleiben. Und er setzt all jenen Menschen ein poetisches Denkmal, die dem in China bis heute vertuschten Aids-Skandal der 90er Jahre zum Opfer fielen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Als literarisches Denkmal für die Aids-Opfer des Blutspendenskandals in China Mitte der 90er Jahre findet Rezensent Michael Müller das Buch beeindruckend. Aber auch als Zeugnis des literarischen Talents und des Mutes des in China lange offiziell anerkannten Autors Yan Lianke gibt der vier Jahre nach seinem Erscheinen (und dem sofortigen Verbot) endlich auf Deutsch vorliegende Roman für Müller einiges her. Schließlich bricht Lianke mit seinem Thema ein Tabu. Die Geschichte um korrupte, gewissenlos handelnde Parteikader liest Müller als Mischung aus Roman und Dokument, verfasst, um die Geschehnisse bekannt zu machen. Die einfache, doch sehr direkte Sprache, findet Müller, passt dazu.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2009
Rezensentin Iris Radisch hat den chinesischen Autor Yan Lianke in Peking besucht und einen traurigen, einsamen und imponierenden Schriftsteller kennen gelernt. Seinen von der Zensur verbotenen Roman "Der Traum meines Großvaters" über einen Aidsskandal in seiner Heimatprovinz Henan, dem knapp eine Million Bauern zum Opfer fielen, hat die Rezensentin mit großer Anteilnahme gelesen und dabei festgestellt, dass er trotz des traurigen Sujets auch amüsant ist. Der Autor schildert, wie an Aids erkrankte Bewohner eines Dorfes eine Art "Sterbe-Wohngemeinschaft" gründen, und er geht deren Liebeleien, Intrigen und Alltagsproblemen nach, erklärt Radisch. In ihren Augen fällt der Text in seiner eigentümlichen Mischung aus Realismus, Groteske und Lakonie sowohl aus der "westlichen" als auch der "traditionellen" chinesischen Poetik heraus, und passt wohl so ganz gut zu der Isolation und der Trauer seines Autors, der nicht nach Frankfurt reisen durfte.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2009
Rezensentin Iris Radisch hat den chinesischen Autor Yan Lianke in Peking besucht und einen traurigen, einsamen und imponierenden Schriftsteller kennen gelernt. Seinen von der Zensur verbotenen Roman "Der Traum meines Großvaters" über einen Aidsskandal in seiner Heimatprovinz Henan, dem knapp eine Million Bauern zum Opfer fielen, hat die Rezensentin mit großer Anteilnahme gelesen und dabei festgestellt, dass er trotz des traurigen Sujets auch amüsant ist. Der Autor schildert, wie an Aids erkrankte Bewohner eines Dorfes eine Art "Sterbe-Wohngemeinschaft" gründen, und er geht deren Liebeleien, Intrigen und Alltagsproblemen nach, erklärt Radisch. In ihren Augen ist dieser Roman eine "gekonnte Synthese aus naivem Realismus, beißender Groteske und moderner Lakonie", der gewissermaßen zwischen China und dem Westen steht, und sich keiner länderspezifischen Poetik zuordnen lässt.
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