Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Chinesischen von Thekla Chabbi. Ende des Zweiten Weltkrieges. Auch zwischen China und Japan tobt der Krieg. Und jeder Krieg braucht Helden. Damit man aber Ge Ren zu einem solchen machen kann, muss er erst einmal sterben ... Doch dieser entzieht sich seinem Todesurteil und verschwindet. Über sein Schicksal berichten die Chronisten jeweils vollkommen anders. Was ist die Wahrheit? Ist er nun tot oder lebt er noch? Ge Ren, Kriegsheld oder Deserteur? Sowohl die Kommunisten, die chinesischen Nationalisten als auch die Japaner wollen seine Geschichte für ihre Zwecke instrumentalisieren.
Dreimal lässt Li Er die Geschichte eines Volkshelden aus der Zeit des chinesisch-japanischen Krieges erzählen. Und dreimal erlebt der Leser wie in einem Krimi, dass es die objektive Wahrheit in Zeiten des Krieges nicht gibt. Mit List und Tücke balancieren die drei Erzähler, zerrissen zwischen ihrer politischen Agitation und inneren Überzeugung und beleuchten damit eine bisher kaum aufgearbeitete Episode der Weltgeschichte.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Li Er: "Koloratur" - Leseprobe bei Klett-Cotta
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2010
Von lohnender, aber auch schwieriger, ja sperriger Lektüre spricht Lutger Lütgkehaus angesichts des hochkomplexen zweiten Romans des 1966 geborenen Li Er. Erzählt werde von einem kommunistischen Revolutionär, Ideologen und Schriftsteller in China, der sich Anfang der vierziger Jahre vor einem Todesurteil in ein entlegenes Gebirge zurückgezogen hat. Allerdings macht es die komplexe Struktur dieses subversiven Romans dem Kritiker schwer, überhaupt zu eindeutigen Aussagen über den Protagonisten zu gelangen. Dies aber hat laut Lütgehaus, "einen dezidiert politischen und historischen Sinn". Denn der Autor widerspreche in seinem Roman "mit Bedacht jedem dogmatischen Wahrheitsglauben". Allerdings macht dies, warnt der Kritiker, gelegentlich eine wiederholte Lektüre nötig, besonders, wenn sich in dem "aus Protokoll und Erzählung komponierten Erzählstil scheinbare Wiederholungen mit signifikanten Veränderungen" verbinden. Nur das dem Roman beigegebene Glossar und das Personenverzeichnis helfe dem Leser bei der Orientierung.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2009
Iris Radisch hat den chinesischen Autor Li Er in Peking getroffen und mit ihm auch über seinen jüngst auf Deutsch erschienenen Roman "Koloratur" gesprochen. Es darin geht um Ge Ren, einen chinesischen Lyriker, Übersetzer und Parteikader der dreißiger Jahre, der indirekt Gestalt gewinnt durch Zeugenaussagen aus den 40er und 60er Jahren sowie aus der jüngsten Zeit. Ge Ren ist nach der Figur des Journalisten und Schriftstellers Qu Qiubai erfunden, einem Führungsmitglied der kommunistischen Partei, die ihn später aus unklaren Gründen ausschloss und schließlich hinrichten ließ, erzählt Autor Li Er der Rezensentin. Der Roman zeigt Radisch einmal mehr, dass es über die historische Bedeutung einer Person nicht nur eine Wahrheit geben kann. Zwar sei die Lektüre für westliche Leser recht schwierig, merkt sie an, doch dass ist in ihren Augen ein Merkmal, das der Roman mit aller "anspruchsvollen" chinesischen Gegenwartsliteratur teilt. Für sie ist "Koloratur" unzweifelhaft ein "wichtiges "Dokument literarischer chinesischer Geschichtsaufarbeitung".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








