Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Isaac B. Singer

Schatten über dem Hudson

Roman

Cover: Schatten über dem Hudson

Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN-10 3446198520
ISBN-13 9783446198524
Gebunden, 644 Seiten, 25,46 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Christa Schuenke. Ein gewöhnlicher Abend an der New Yorker Upper West Side: Freunde und Verwandte, allesamt Überlebende des Holocaust, debattieren über Gott und die Welt. Doch an diesem Abend nimmt das Schicksal von Anna Makaver und Hertz Grein, dem einstigen Talmudgelehrten und derzeitigen Börsenmakler, eine entscheidende Wendung: Beide verlassen ihre alten Partner und wollen in Florida ein neues Leben beginnen. Doch die Schatten der Vergangenheit holen sie ein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2001

Susanne Klingensteins Besprechung des zwischen 1957 und 1958 entstandenen Romans, der allerdings auf jiddisch nie in Buchform erschien, erst 1998 ins Amerikanische übersetzt wurde und nun auf Deutsch vorliegt, ist zwiespältig. Stilistisch sei dieser Roman, der das New Yorker Exilleben osteuropäischer Juden zum Thema hat, "reizlos", so die Rezensentin und sie vermisst die sonst so reiche Sprache des Autors. Doch verstehe es Singer meisterhaft, die Orientierungslosigkeit der Exilanten darzustellen und es werde der Moment beschrieben, in dem eine "Kultur versucht, ihren Weg aus einer erstarrten Tradition in die Moderne" zu finden, so die Rezensentin begeistert. Die deutsche Übersetzung bekommt viel Lob von Klingenstein. Sie stelle im Gegensatz zur amerikanischen Übersetzung die "ostjüdische Atmosphäre" wieder her und treffe mit ihren vielen jiddischen Ausdrücken "oft ins Schwarze", was dem "erstaunlichen Sprachgefühl" der Übersetzerin zu danken sei. Einige vermeidbare "stilistische Fehler" hat die Rezensentin aber dennoch entdeckt.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2000

Katharina Raabe hält diesen Roman neben "Familie Moschkat" für Singers bedeutendestes Buch: "wie ein Zentralgestirn" verhalte sich dieser umfangreiche Roman zu den nachfolgenden Satellitenbüchern, die das "opus magnum", so Raabe, bloß umkreisten und dabei flacher, kolportagehafter wirkten. Formal sei "Schatten über dem Hudson" keineswegs gelungen, da dieses Buch genau wie die anderen als Fortsetzungsroman in einer jiddischsprachigen Zeitschrift erschienen ist. Aber es verfüge über ein unverwechselbares Figurenarsenal, schwärmt Raabe; ihr erscheinen die Protagonisten wie den Bildern Max Ernsts oder James Ensors entstiegen: grell, schräg, witzig. Ausgestattet seien sie mit einer unverwechselbaren Stimme, die auch dank der hervorragenden Übersetzung im Deutschen nichts eingebüßt hätte. Angesiedelt ist die Geschichte kurz nach 1945 in der jüdischen Emigrantenszene New Yorks, für die sich der Schatten über dem Hudson, schreibt Raabe, als der lange Schatten von Auschwitz erweist.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren