Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 19.57 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter Ullrich

Die Linke, Israel und Palästina

Nahostdiskurse in Großbritannien und Deutschland

Cover: Die Linke, Israel und Palästina

Karl Dietz Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 3320021567
ISBN-13 9783320021566
Kartoniert, 327 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Die Debatte um das Thema "Die Linke und der Nahostkonflikt" erhitzt seit Jahren die Gemüter. In der Diskussion wird immer wieder auf "typisch deutsche" Bedingungen, Ideen und nicht zuletzt Verdrängungen der nationalsozialistischen Vergangenheit verwiesen. Mit diesem Band wird erstmals eine Studie vorgelegt, die diesen Fragen auf den Grund geht, indem sie die linken Nahost- und Antisemitismusdiskussionen in verschiedenen Ländern untersucht. Im Vergleich des linken Umgangs mit dem Nahostkonflikt in der Bundesrepublik und Großbritannien zeigt sich, dass zum Verständnis der deutschen Besonderheiten tatsächlich die Erinnerung an die NS-Zeit einen entscheidenden Schlüssel liefert. Doch diese Nachwirkungen der deutschen Geschichte haben paradoxe Folgen: Sie produzieren einerseits extreme Identifikationen mit den nahöstlichen Konfliktparteien (Israelis oder Palästinensern) und damit eine aggressive innerlinke Auseinandersetzung. Andererseits stellt dieser konflikthafte deutsche Diskurs den Ausgangspunkt für einen kollektiven Lernprozess und damit für eine vergleichsweise komplexe Wahrnehmung des israelisch-palästinensischen Konflikts dar.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2009

Das Thema scheint irgendwie peinlich zu sein. Rezensent Jörg Später wünscht sich, dass es "endlich mal durch" wäre, als wäre Antizionismus, der häufig ein verkappter Antisemitismus ist, nicht konstitutiv für Geschichte und Mentalität vieler linker Bewegungen. Zwei Bücher bespricht er zu diesem Thema, den vorliegenden Band und den von Autoren der Linkspartei herausgegebenen Band "Die deutsche Linke, der Zionismus und der Nahostkonflikt". Der Autor untersucht in seiner Dissertation Parallelen zwischen der deutschen und der britischen Linken, die von unterschiedlichen Traumata, hier Auschwitz, dort der Kolonialismus, geprägt seien. Der Rezensent kann Ulrichs Band durchaus Einsichten abgewinnen, er stöhnt aber über die staubtrockene Aufbereitung, die offensichtlich dem Genre der Dissertation geschuldet ist. Dass Ullrich angesichts der oft bizarren Diskursverwerfungen seines Themas auf jeglichen Spott verzichtet, erscheint Später als Manifestation einer gerade übermenschlichen Selbstbeherrschung.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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