Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Die Debatte um das Thema "Die Linke und der Nahostkonflikt" erhitzt seit Jahren die Gemüter. In der Diskussion wird immer wieder auf "typisch deutsche" Bedingungen, Ideen und nicht zuletzt Verdrängungen der nationalsozialistischen Vergangenheit verwiesen. Mit diesem Band wird erstmals eine Studie vorgelegt, die diesen Fragen auf den Grund geht, indem sie die linken Nahost- und Antisemitismusdiskussionen in verschiedenen Ländern untersucht. Im Vergleich des linken Umgangs mit dem Nahostkonflikt in der Bundesrepublik und Großbritannien zeigt sich, dass zum Verständnis der deutschen Besonderheiten tatsächlich die Erinnerung an die NS-Zeit einen entscheidenden Schlüssel liefert. Doch diese Nachwirkungen der deutschen Geschichte haben paradoxe Folgen: Sie produzieren einerseits extreme Identifikationen mit den nahöstlichen Konfliktparteien (Israelis oder Palästinensern) und damit eine aggressive innerlinke Auseinandersetzung. Andererseits stellt dieser konflikthafte deutsche Diskurs den Ausgangspunkt für einen kollektiven Lernprozess und damit für eine vergleichsweise komplexe Wahrnehmung des israelisch-palästinensischen Konflikts dar.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2009
Das Thema scheint irgendwie peinlich zu sein. Rezensent Jörg Später wünscht sich, dass es "endlich mal durch" wäre, als wäre Antizionismus, der häufig ein verkappter Antisemitismus ist, nicht konstitutiv für Geschichte und Mentalität vieler linker Bewegungen. Zwei Bücher bespricht er zu diesem Thema, den vorliegenden Band und den von Autoren der Linkspartei herausgegebenen Band "Die deutsche Linke, der Zionismus und der Nahostkonflikt". Der Autor untersucht in seiner Dissertation Parallelen zwischen der deutschen und der britischen Linken, die von unterschiedlichen Traumata, hier Auschwitz, dort der Kolonialismus, geprägt seien. Der Rezensent kann Ulrichs Band durchaus Einsichten abgewinnen, er stöhnt aber über die staubtrockene Aufbereitung, die offensichtlich dem Genre der Dissertation geschuldet ist. Dass Ullrich angesichts der oft bizarren Diskursverwerfungen seines Themas auf jeglichen Spott verzichtet, erscheint Später als Manifestation einer gerade übermenschlichen Selbstbeherrschung.
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