Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann, Karin Betz und Brigitte Höhenrieda. Mit einem Vorwort von Philip Gourevitch, einer Einführung von Wen Huang und einem Nachwort von Detlev Claussen. Eine Prostituierte, ein buddhistischer Mönch und ein Klomann, eine Falun-Gong-Anhängerin, ein ehemaliger Rotgardist und ein Feng-Shui-Meister - sie und viele andere hat Liao Yiwu, einer der bekanntesten Autoren Chinas und selbst ehemaliger politischer Häftling, nach ihrem Leben und ihren Hoffnungen befragt. Diese Gespräche lassen ein China entdecken, das man sonst nicht zu sehen bekommt - ein China, in dem archaische Mythen und Riten allen politischen und technischen Revolutionen zum Trotz noch lebendig sind, ein China der Ausgestoßenen und Randständigen, deren Würde, Witz und Menschlichkeit ihnen niemand hat nehmen können.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Aus diesem Buch, so Rezensent Mark Siemons, lässt sich sehr vieles lernen über das China von heute. Nicht nur, dass die Zensur eine unverlogene Gesprächs-Reportage wie diese noch immer nicht dulden kann. Sondern auch, dass die "Individualisierung" der chinesischen Gesellschaft schon sehr weit entwickelt ist, dass die Rede vom "Volk" heute weniger denn je eine Einheit auf den ideologischen Begriff bringt, die real existierte. Liao Yiwu führt das an Beispielen, und zwar Beispielen vom Rand der chinesischen Gegenwartsgesellschaft vor Augen, in Interviews. Ein Bauer, als Grundbesitzer diskreditiert, ein Parteikader, der zu einer Frau mit "schlechtem Klassenhintergrund" steht, ein Klomann, ein Animiermädchen, das ganz der neuen Zeit angehört: dies sind ein paar der Menschen, die hier interviewt werden. Sehr bedauerlich, aber kein Wunder, so Siemons, dass der Autor auch zur Buchmesse nicht ausreisen durfte. Daran, dass dieser Band die "disparaten Realitäten" im heutigen China sichtbarer macht als fast alles, was man sonst zu lesen bekommt, ändert das aber gar nichts.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.10.2009
Dem Rezensenten Ludger Lütkehaus ist es ein Anliegen, anlässlich des Ausreiseverbots für Liao Yiwu zu einer Podiumsdiskussion im Berliner "Haus der Kulturen der Welt" den chinesischen Autor vorzustellen. Liao Yiwu, berichtet er, wurde wegen eines Gedichts zum Massaker vom 4. Juni 1989 zu einer mehrjährigen Haft verurteilt und gefoltert. Sein Band mit Gesprächen mit den verschiedensten Vertretern eines "Chinas von unten" überzeugt Lütkehaus sowohl als Dokument wie auch als literarischer Text. Mit großer Spannung hat er offensichtlich die Texte über Totenschminker oder Menschenhändler, Begräbnismusiker oder die Familie eines beim Massaker auf dem "Platz des himmlischen Friedens" getöteten Studenten gelesen. Sehr deutlich spürt der Leser dieser knappen Kritik auch die Wut, die Lütkehaus befällt, wenn der "Ehrengast" der Buchmesse, China, seinen nicht genehmen Autoren Fesseln anlegt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.09.2009
In die Schlagzeilen hat es der Autor Liao Yiwu gerade gebracht, weil ihm China die Ausreise nach Deutschland zur Frankfurter Buchmesse schlicht verweigert. Die Aufmerksamkeit, die Yiwu so bekommt, hat ganz entschieden auch das Buch, das er in Frankfurt vorstellen wollte, verdient. Das versichert Alex Rühle, der dennoch erst einmal den Kopf schüttelt über die chinesische Literatur-Politik, die sich hier im schlechtesten Licht zeigt und als ausgesprochen unsouverän erweist. Gewiss könne den Regierenden, was in Liao Yiwus Buch zu lesen steht, kaum gefallen - schon, weil es ganz der chinesischen Gegenwartswirklichkeit abgelauscht sei. Der Autor, in China schon lange verfemt und malträtiert und nie offiziell veröffentlicht, ist durchs Land gereist und hat, was ihm die Leute erzählen, zu Protokoll genommen. Da gibt es den Funktionär, der "vom Glauben abgefallen" ist, den Toilettenmann, den Komponisten und auch den Menschenhändler, der ganz offen und ohne Reue berichtet. "Epochal" findet Rühle das Buch, das dabei entstanden ist. Ein erstaunliches Porträt insbesondere jener Seiten des China von heute, die man von offizieller Seite lieber verschweigt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.09.2009
Als einen der "radikalsten, manischsten und brillantesten" Archäologen und Archivar der Erinnerungskultur bezeichnet Rezensentin Susanne Messmer den Schriftsteller Liao Yiwu. Ihr ist auch klar, warum dieser jetzt nicht zur Frankfurter Buchmesse reisen darf: Würde die chinesische Regierung zu seinem neuen Buch "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser" stehen, müsste sie mit Mao endgültig abschließen, so konträr stehen Yiwus Reportagen und Protokolle zu den revolutionären Mythen wie Gleichheit und Gerechtigkeit. Wer die gesammelten Reportagen über die Randfiguren der chinesischen Gesellschaft liest, wird von ihnen auch noch in seinen Träumen verfolgt, ist sich Messmer sicher. Sie erwähnt eine Geschichte aus der Hungersnot in den frühen sechziger Jahren, als Familien ihre eigenen Kinder kochten. Dieses Buch, meint Messmer, ist "aufregender" als fast alle Bücher, die zum China-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse erscheinen.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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