Aus dem Französischen von Christian Kolb. Ein Zeitgeist-Roman über Starkult und das Lebensgefühl einer Generation. Der Schauspieler Antoine hadert mit seinem Schicksal und seiner Herkunft. Zerrissen zwischen seiner romantischen Sehnsucht nach Glück und seinem kühlen Zynismus sucht er die beste Rolle im Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2010
Liebeskummer hat sich zwar als literarisch höchst ergiebig erwiesen, im vorliegenden Roman von Nicolas Fargues allerdings lässt er Gisa Funck vollkommen kalt, wie sie bekennt. Denn hier ist es der egomane Schauspieler Antoine, der an der Zurückweisung durch eine Frau leidet, und der zum Bedauern der Rezensentin nicht einmal durch die Schreckensmeldung aus der Karibik, sein Vater habe einen Herzinfarkt erlitten, aus seiner narzisstischen Eitelkeit gerissen wird. Überhaupt liest sich das Buch eher als Reisebericht oder als Film-Aufsatz, auch wenn sogar hin und wieder im Ansatz interessante Gedanken der Hauptfigur zur Einwanderungspolitik Frankreichs oder zum Fortschrittswahn geäußert werden, beschwert sich Funck. Es ist ihr unmöglich, an den Leiden des eitlen Antoine "Anteil" zu nehmen, und nicht mal als treffendes "Zeitgeist-Porträt heutiger Karrieristen" lässt sie diesen, wie sie schimpft, "geschwätzigen" und strukturlosen Roman gelten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2009
Thomas Laux hat Nicolas Fargues' Roman über einen Schauspieler, der sich mit seiner Herkunft als französisch-karibischer Mischling und einem prekären Selbstwertgefühl herumschlägt, nicht viel abgewinnen können. Zwar würdigt er die Darstellung seiner verunsicherten, unruhigen und ziellosen Hauptfigur Antoine als exemplarisch für ein Lebensgefühl einer ganzen Generation und darin durchaus überzeugend. Für einen ganzen Roman scheint ihm das aber nicht genug, zumal er besonders die "prätentiösen" Ergüsse Antoines, in denen sich seine Identitätskrise manifestiert, auf die Dauer schwer erträglich findet. Der Roman leidet nach Laux' Dafürhalten unter seiner "konzeptionellen Aufgedrehtheit", zu viele Probleme werden dem Helden auf einmal aufgebürdet, und so stellt der Rezensent fest, dass sein "Mitleid" für dessen Leiden immer weiter schwindet.
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