Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Curzio Malaparte

Die Haut

Roman. 6 CDs

Cover: Die Haut

Hörbuch Hamburg, Hamburg 2009
ISBN-10 3869520027
ISBN-13 9783869520025
CD, 29,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

6 CDs mit 413 Minuten Laufzeit. Gesprochen von Matthias Habich. 1943: Die Amerikaner sind in Neapel gelandet. Doch mit den Befreiern ergreift ein anderes Übel Besitz von der Stadt. Weil jeder seine Haut, nicht seine Seele retten will, versinkt das Volk in Unmoral. Mütter prostituieren sich, Väter geben ihre Töchter preis, für einen Kaugummi werden Knaben zu Strichjungen. Jeder verkauft jeden. Ein höllischer Sündenpfuhl, in dem auch die abseitigsten erotischen Wünsche erfüllt werden. Nur die Erniedrigung der Besiegten, so lautet die bitter-zeitlose Bilanz, verschafft den Befreiern die Gewissheit, sich als Sieger zu fühlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2009

"Die Haut" war der zweite Riesenerfolg des früh faschistischen, aber anti-nationalsozialistischen, des skandalverliebten, rechten und obszönen, des bewunderten und verpönten italienischen Autors Curzio Malaparte. Er berichtet darin, in aller Offenheit, mit der Lust auch an der Übertreibung, was er mit eigenen Augen sah: im Krieg, in den Jahren 1943 und 1944, in Neapel. Man weiß, so der Rezensent Wolfgang Schneider, nicht immer recht, ob man glauben soll, was man da hört. Aber gerade das Unglaublichste, der Vesuvausbruch, den Malaparte eindrucksvoll schildert, erweist sich beim Nachlesen als historische Tatsache. Eine leichte Aufgabe ist Malapartes wilder Mix aus Tonlagen und Stilen für einen Vorleser nicht. Matthias Habich aber, versichert Schneider, löst die Aufgabe souverän - als "Märchenonkel des Grauens", der nichts verharmlost, zugleich jedoch zu den Übertreibungen des schockfreudigen Malaparte keine eigenen hinzufügt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.09.2009

Rezensent Simon Strauss ist beeindruckt von Matthias Habichs Lesung. Der Schauspieler hat sich eine gekürzte Fassung von Curzios Malapartes Sittenbild vom Ende des Zweiten Weltkriegs in Neapel vorgenommen, das seinerzeit vom Vatikan auf den Index gesetzt wurde und auch aus der Stadt Neapel verbannt wurde. Er liest mit "schockierend ruhiger Stimme" die Schreckensbeschreibungen aus der nicht nur moralisch desolaten Situation der Stadt. Durch seinen langsamen, bedächtigen Duktus erspart Habich nach Einschätzung des Rezensenten dem Zuhörer nichts, er "zwingt" die Beschreibungen "in all ihrer Grausamkeit in den Kopf des Hörers".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren