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Arno Borst
Meine Geschichte
Klappentext
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gustav Seibt. Arno Borsts Leben mit der Geschichte, von den familiengeschichtlichen Funden des Halbwüchsigen bis zu den Editionen, in denen er die vielschichtigen Überlieferungen mittelalterlichen Naturwissens zugänglich machte. Es ist die Selbstdeutung eines Forschers, dessen Neugier die Beschränktheiten seines Fachs souverän überstieg. Ein eigenwilliger Weg im Kontext der europäischen Geschichtswissenschaft seit 1950, der den Historikern eine Schlüsselrolle zuweist: Was sie leisten können und müssen, ist lebenswichtig genug: dem vielstimmigen Gespräch der vor ihnen Gestorbenen zuzuhören und es für die nach ihnen Geborenen aufzuzeichnen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
Postum erscheint diese kurz gehaltene, von Arno Borsts Schüler Gustav Seibt herausgegebene und mit einem Nachwort versehene Autobiografie. Sie verbindet das Persönliche allerdings, wie Rezensent Patrick Bahners betont, mit dem Programmatischen: als Streitschrift wider den Historismus, der der Geschichte entnimmt, was er braucht, und so zu einer "Barbarei" zweiter Ordnung wird. In Borsts früher Liebe zum Spielerischen - zu "Zahlenspielen" und "Wortspielen" - erkennt der Historiker schon im Beginn eine Nähe zum niederländischen Historiker Johan Huizinga, Autor des Klassikers "Homo Ludens" - als dessen "postumen" Schüler man Borst, so Bahners, wohl begreifen darf. Seinen Respekt für dies Buch drückt der Rezensent nicht im expliziten Urteil, sondern durchs ein wenig sprunghafte Mit- und Nachreflektieren seiner Inhalte aus.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.09.2009
Tiefe Bewunderung für Arno Borst spricht aus Johannes Frieds Kritik dieses Lebensrückblicks des 2007 gestorbenen Historikers. Die Doppeldeutigkeit des Titels, der sowohl auf die eigene Lebensgeschichte wie auch auf das Werk verweist, scheint dem Rezensenten dabei sehr passend, seien bei Borst der Lebensweg und das auf die Erforschung des Mittelalters konzentrierte berufliche Leben doch eng verknüpft. Borst umreißt die lebensgeschichtlichen Stationen und verknüpft sie immer wieder mit seinen Schriften, was dem Interessierten die "Orientierung im Riesenwerk" erleichtert, so Fried, selbst ausgewiesener Mittelalterexperte. Den humanistischen Grundsätzen Jan Huizingas verpflichtet lässt sich ein melancholischer Grundzug in diesem Rückblick konstatieren, aus dem sich eine "tiefe Sorge" um die Entwicklung der Geschichtswissenschaft und der Kulturpolitik herauslesen lässt, erklärt der Rezensent. Für ihn erweisen sich die Memoiren als beeindruckendes, postumes Geschenk eines bedeutenden Geschichtswissenschaftlers, das durch das "ergänzende und feine Nachwort" von Gustav Seibt zusätzlichen Glanz erhält.
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