"Mein Abschied vom Himmel" ist die bittere Geschichte eines hochbegabten, während seiner Kindheit missbrauchten muslimischen Mannes. In Ägypten, Japan und Deutschland erhofft sich Hamed Abdel-Samad eine Erklärung für die Gewalt, der er ausgeliefert war und die lange ein Teil seiner Existenz war. Er sucht Orientierung bei ägyptischen Marxisten, fundamentalistischen Muslimbrüdern, Buddhisten und unter dem Druck seiner seelischen Wunden Zuflucht in psychiatrischer Behandlung. In seinem aufsehenerregenden Buch hält Hamed Abdel-Samad Orient und Okzident gleichermaßen den Spiegel vor und zeigt am Beispiel seines eigenen Lebens Spannungen, Konflikte und Möglichkeiten die in jeder dieser Kulturen existieren. Heute lebt der Muslim Abdel-Samad mit seiner japanischen Frau in München und unterrichtet am Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur.
Cigdem Ajkol stellt den deutsch-ägyptischen Autor Hamed Abdel-Samad vor, der in einem offenbar sehr beeindruckenden Buch nicht nur Einblick in sein eigenes Leben gibt, sondern auch in die Funktionsweisen der ägyptischen Gesellschaft. Diese hat Abdel-Samad nach Informationen des Rezensenten als eine durch und durch unaufgeklärte erlebt: die Mutter wurde vom Vater verprügelt, er selbst als Kind von Jugendlichen vergewaltigt, und alle wurden sie darauf gepolt, die Schuld für eigene Unzulänglichkeiten bei anderen zu suchen. Heute, nach einer fast unglaublichen Odyssee, die meist durch die tiefen Täler des Lebens führte, lehrt Abdel-Samad am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München, und so erklärt re sich auch den Antisemitismus in der arabischen Welt: Israel konfrontiere die arabischen Länder mit der eigenen Scham, "nicht vom Fleck zu kommen. Dafür hassen wir die Juden". Und auch andere "hässliche Wahrheiten" hat Rezensent aus diesem Buch mitgenommen, über eine Gesellschaft, die den "Islam als Feigenblatt für ihr menschenverachtendes System" benutzt.
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