Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Claus Leggewie, Harald Welzer

Das Ende der Welt, wie wir sie kannten

Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie

Cover: Das Ende der Welt, wie wir sie kannten

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3100433114
ISBN-13 9783100433114
Gebunden, 278 Seiten, 19,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Finanz- und Wirtschaftskrise, Klimawandel, schwindende Ressourcen und der Raubbau an der Zukunft der kommenden Generationen bilden einen beispiellosen sozialen Sprengstoff. Die Analyse der sich auftürmenden Krisen zeigt, wie Demokratien dabei unter die Räder kommen, wenn sie nicht radikal erneuert werden und den Weg aus der Leitkultur der Verschwendung finden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2009

Eine politisch, ja existentialistisch aufgeheizte Atomsphäre herrscht nach Ansicht von Rezensent Uwe Justus Wenzel bisweilen in Claus Leggewies und Harald Welzers Buch über "Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie". Doch auch wenn für ihn manche Diagnose alarmistisch klingt, schätzt er die beiden Autoren nicht als Apokalyptiker ein. Er versteht sie eher als "gut informierte Krisenhermeneutiker", die kritisch mit dem technokratischen Krisenmanagement ins Gericht gehen, Handlungsblockaden analysieren und für einen Wandel der Lebensführung, der Marktwirtschaft sowie für mehr Demokratie plädieren. Die Rede von einer "APO 2.0", wie die Autoren die ersehnte neue große Bürgerbewegung nennen, scheint Wenzel freilich etwas plakativ. Er sieht in diesem Kontext eine inzwischen in Mode gekommene "politische Psychologie der Selbstaufforderung und Selbstermunterung" am Werk. Für Wenzels Geschmack ist das ein wenig zu überschwänglich. "Man ist entschlossen", analysiert er nüchtern die Begeisterung der Autoren, "weiß aber noch nicht so genau, wozu."

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.10.2009

Rezensentin Annette Jensen ist mit Claus Leggewies und Harald Welzers Analyse der aktuellen Krise durchaus einverstanden, auch wenn sie findet, dass die Autoren gerade am Anfang wenig Neues sagen. Das Buch wird ihrer Meinung nach erst ab Seite 71 "spannend". Überzeugend findet sie dann, wie die beiden unter Bezugnahme auf die aktuelle psychosoziale Forschung die derzeit herrschende Weiter-So-Mentalität erklären. Weniger angetan ist die Rezensentin aber von manchen der Zukunftsszenarien, die die beiden Forscher entwickeln. Die Hoffnung, die Leggewie und Welzer zum Beispiel in die Handlungsweisen von "strategischen Konsumenten" setzen, hält Jensen für "naiv". Anderes, wie etwa ihr Vertrauen in das Funktionieren einer "Mikropolitik", findet sie dann aber schon deutlich sinnvoller.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.09.2009

"Überfüllt mit allem Wissen, das man aufschreiben kann, um umzulernen", findet Rezensentin Elisabeth von Thadden dieses Buch über den Klimawandel. Auch fällt es aus ihrer Sicht angenehm im Stapel der übrigen alarmistischen Klimakatastrophenbücher auf, da es den Lesern zutraut, die beschriebenen unhaltbaren Zustände auch zu verändern. Ohnehin ist der zivile Charakter des Buchs, der sozusagen das Handeln zur Bürgersache macht, für Thadden das auffälligste Merkmal dieser Publikation. Kleine Defizite hat die Rezensentin allerdings auch aufzulisten: etwa das grundsätzlich "Schlaumeierische", mit dem hier für ihren Geschmack auch viel Bekanntes ausgebreitet wird, das Fehlen einer Diskussion über die Frage, warum manche Länder manche Technologien fördern und andere nicht. Auch hätte sie gern den "Gefühlskapitalismus" näher beleuchtet gesehen, der den Menschen so stark (und umweltzerstörend) an das Käufliche bindet.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.09.2009

Man kann sich auch zuviel vornehmen. Rudolf Walther hat es erlebt mit diesem Buch von Claus Leggewie und Harald Welzer. Die Klimakrise zu analysieren und zu lösen auf 235 Seiten, das geht nicht, meint Walther. Das Buch mit seinen Kleinstkapiteln kommt ihm vor wie eine Mischung aus Feuilleton, Talkshow und Netzlektüre. Zwar findet der Rezensent die Texte angenehm undramatisch geschrieben, das Verständnis befördert das aber in diesem Fall auch nicht unbedingt. So bleibt Walther lange unklar, welches Feld genau die Autoren eigentlich beackern und was sie meinen, wenn sie "Klimakrise" sagen. Aha, Klimakrise gleich Systemkrise. Nach 50 Seiten ist es dem Rezensenten klar. Bleibt für ihn nur noch zu klären, warum der Band die wichtige Rolle von Interessen und Herrschaft hinsichtlich des Themas so sehr vernachlässigt, und wie sich Leggewie und Welzer eine "Kulturrevolution des Alltags" (so ihr Lösungsvorschlag) vermittels einer neuen Apo 2.0 vorstellen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Dressierte Geschichten über dressierte Gefühle

09.02.2012: Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren