Ist die Deutsche Einheit gescheitert? 20 Jahre nach dem Fall der Mauer wird diese Frage vielerorts mit "Ja" beantwortet, und zwar vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Überall ist zu lesen: Die ostdeutsche Wirtschaft stagniert, die Bevölkerung schrumpft, das Steuergeld fließt in Fässer ohne Boden. In dieser Diskussion stecken politischer Zündstoff und menschliche Emotionen. Der Autor liefert eine Zwischenbilanz der Deutschen Einheit. Er blickt zurück und nach vorn: von Mauerfall, Währungsunion und Privatisierung über Bauboom, Förderpolitik und Haushaltskrisen bis hin zum Entstehen von Industriekernen und verlängerten Werkbänken. Seine Diagnose lautet: Nicht das Erreichte ist enttäuschend, sondern die Erwartungen waren viel zu hoch. Denn vierzig Jahre Isolation vom Weltmarkt haben tiefe wirtschaftliche Spuren hinterlassen, in Ostdeutschland und in ganz Mitteleuropa. Diese Isolation gilt es jetzt zu überwinden: mit leistungsfähigen Innovationszentren, deren Produkte sich auf dem Weltmarkt behaupten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2009
Der oder die RezensentIn mit dem Kürzel "mbe" erfährt von Karl-Heinz Paque, dass die Wiedervereinigung entgegen landläufiger Meinung doch recht positiv verlaufen ist - zumindest politisch und wirtschaftlich. Der Autor, langjähriger FDP-Politiker in Sachsen-Anhalt, gebe zwar zu, dass der Osten im Vergleich zum Westen Deutschlands noch immer stark um Anschluss kämpfe, aber die Erwartungen an die Wiedervereinigung seien einfach zu hoch gewesen. Die Bilanz Paques bezeichnet "mbe" als "gut zugänglich" und sieht den Autor "gnädig" mit den wirtschaftspolitischen Entscheidungen, die viele andere Ökonomen und Bürger kritisieren, umgehen, so zum Beispiel mit dem Umtausch von Ostmark und D-Mark im Verhältnis 1:1. Mehrfach geht "mbe" darauf ein, dass Paque auf die unrealistischen Erwartungen der Bevölkerung verweise, die nach 40 Jahren Planwirtschaft nicht ganz einfach umzusetzen seien.
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