Hans-Peter Schwöbel ist in der Kurpfalz bekannt als Satiriker, Lyriker und Kabarettist, der die Mundart pflegt. Nun hat er ein Buch vorgelegt, in dem er andere Töne anschlägt. Sein neuer Band "Kinder des Wortes" umfasst Aufsätze zu den Feldern Heimat, Ökonomie, Ökologie, Emanzipation, Sprache, Poesie, Rhetorik, Glaube. Hier einige Findlinge im Buch: Sprache ist Heimat. Leben im Urknall. Glaube und Faustkeil. Es gibt keine ökonomischere Ökonomie als eine ökologische. Kritik ist ein Geschenk. Stark statt mächtig. Magie, Aufklärung, Welt als Konstrukt. Auf dem Strom der Zeichen. Ein Gedicht ist ein vollkommenes Fragment...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.08.2009
Rezensent Alexander Kissler weiß diesen Band mit Essays des Soziologen Hans-Peter Schwöbel zu schätzten. Zwar hat er zunächst den Eindruck, es handle sich um die "liebenswerten Spinnerei" eines unausgelasteten Soziologieprofessors, zumal ihm nicht klar ist, an wen sich die Mischung aus Mannheimer Regionalgeschichte, ökonomischer Globalbetrachtung und Alltagsphilosophie eigentlich richtet. Aber dann zeigt er sich zunehmend fasziniert von den Texten. Neben dem Essay über die "Bedeutung der Juden für die Kurpfalz", einem Plädoyer für lokale und regionale Verwurzelung verbunden mit Weltoffenheit, hebt er den Beitrag über die "Diktatur des rechten Winkels" hervor, einen Text über die gefährliche "Geometrisierung der Wirklichkeit". Gefallen hat ihm auch, dass sich Schwöbel für die Dialekte einsetzt. Sein Fazit: Essays wie "Orchideen unter universitären Schlingpflanzen".
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