Bücherschau der Woche
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Barbi Markovic
Ausgehen
Klappentext
Aus dem Serbischen von Mascha Dabic. Die deutschsprachige Popliteratur der Gegenwart kommt aus Belgrad. Dort machte Barbara Markovic, Germanistin, Clubberin und Thomas-Bernhard-Fan, an dessen klassischer Erzählung Gehen unlängst eine überraschende Entdeckung: Überführte sie einzelne Sätze nicht nur aus dem Deutschen ins Serbische, sondern zugleich aus der Entsetzlichkeit von Bernhards Wien in die Entsetzlichkeit des Belgrader Nachkriegs-Nachtlebens, fügten sie sich unversehens - so spielerisch wie gnadenlos - zu einem völlig neuen und doch völlig Bernhardschen Remix: Aus Gehen wird Ausgehen, aus der Katastrophe im rustenschacherschen Hosenladen ein Social Suicide auf einem Plastikman-Konzert und aus der Irrenanstalt Steinhof der finale Rückzug vor die Glotze - Satz für Satz mit der kaskadenhaften Donnerwucht des Originals.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.08.2009
Rezensent Christopher Strunz stellt die in Belgrad und Wien lebende Babi Markovic als Autorin und Clubberin vor und ihre Erzählung "Ausgehen" als Remix von Thomas Bernhards Roman "Gehen". Als "künstlerisch-philosophisch" beschreibt Strunz den Text, wobei er eine leichte "Verschiebung ins Warholeske" konstatiert. In ihm streifen drei junge Frauen durchs Belgrader Clubleben, dem sie in einer Art affirmativer Langeweile verbunden sind. Eines wertenden Urteils enthält sich der Rezensent, der in dem Buch nur "einfach und kompliziert" Perspektiven auf das Belgrader Nachtleben geworfen sieht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2009
Rezensent Oliver Jungen hat Barbi Markovics Text "Ausgehen" in genauestem Abgleich mit Thomas Bernhards Erzählung "Gehen" gelesen, die er hierin nicht nur gesampelt sieht, sondern mit ganz neuer Dringlichkeit versehen. Schwer zu sagen, ob "Ausgehen" auch ohne die Bernhard'sche Vorlage im Blick funktioniert, darüber sagt Jungen nichts. Er begeistert sich vielmehr dafür, wie Markovic den Text verarbeitet. Als chiastisch erklärt er uns das Vorgehen: Wo bei Bernhard Verzweiflung, Zorn, Menschenunglück, Geisteskälte und eine "schmutzige, stinkende Irrenhauswelt" stehen, herrschen bei Markovic die Langeweile des Clublebens, ein geordnetes Elternhaus, "matte Blödigkeit" und die "autoerotische Hochnäsigkeit Belgrads". Erschreckend nah ist ihm hierbei nicht nur Markovics Text gekommen, sondern auch Bernhards achtunddreißig Jahre alte "Hyperkritik".
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