Knut Rauchfuss, Bianca Schmolze

Kein Vergeben. Kein Vergessen

Der internationale Kampf gegen Straflosigkeit
Cover: Kein Vergeben. Kein Vergessen
Assoziation A Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783935936798
Kartoniert, 422 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Bis vor wenigen Jahren wurden Ex-Diktatoren allenfalls ins Exil geschickt, um dort einen weitgehend unbehelligten Lebensabend zu verbringen - das galt weltweit als normal. Einige blieben gar im Land und traten später als Präsidentschaftskandidaten im formaldemokratischen Gewand an. Strafprozesse gegen Kriegsverbrecher oder Ex-Diktatoren und ihre Handlanger blieben ebenso die Ausnahme wie die Wahrheitsfindung über das Schicksal der Opfer und eine umfassende Rehabilitierung und Entschädigung der Überlebenden. Dass sich Täter heute zunehmend auf der Anklagebank wiederfinden, ist nicht zuletzt der akribischen Kleinarbeit von MenschenrechtsaktivistInnen zu verdanken, die nie aufhörten, die Straflosigkeit schwerer Menschenrechtsverletzungen zu bekämpfen. Die AutorInnen haben die Erfahrungen und Entwicklungen aus 12 Ländern - von Süd- und Mittelamerika, über Europa und Afrika bis Asien - zusammengetragen, um den unermüdlichen Einsatz von Überlebenden, Angehörigenverbänden, AnwältInnen und MenschenrechtsaktivistInnen und ihre Erfolge im Kampf gegen Straflosigkeit festzuhalten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.07.2009

Als "wichtigen Beitrag zur Gerechtigkeitsforschung" lobt Rezensentin Anette Lang diesen Band über die Ahndung staatsterroristischer Verbrechen. In fünf "dicht recherchierten Kapiteln" zeige zunächst Knut Rauchfuß, wie die Nachfolgeregimes in Argentinien, Chile, Uruguay, Paraguay und Guatemala mit dem Erbe der Diktatur umgingen. Hier beeindruckt die Rezensentin besonders die Darstellung von Einzelnen oder Gruppen wie den "Müttern der Plaza de Mayo" in ihrem mutigen Einsatz, dem von der jeweiligen Staatsräson diktierten Vergessen der Verbrechen entgegenzutreten. Im zweiten Teil des Buches beschäftige sich Bianca Schmolze mit Afrika und widme sich speziell der Frage nach der Bedeutung von Tribunalen für eine vom Terror traumatisierte Gesellschaft. Lediglich die letzten Kapitel des Buchs über das Internationale Strafgericht für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda ruft das Erstaunen der Rezensentin hervor, werden hier aus ihrer Sicht doch wesentliche Positionen des Buchs wieder aufgegeben. Bemängelt wird auch das rechtschreibschwache Lektorat.

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