Die Geschichte der Familie Wagner. Da es dabei auch um viel Geld ging, schreckte der Clan nicht vor der Verstoßung eigener Familienangehöriger zurück, wenn die Vorherrschaft auf dem Grünen Hügel in Gefahr schien. Man zwang sogar den als Thronfolger vorgesehenen einzigen (homosexuellen) Sohn Richard Wagners, Siegfried, in eine Ehe - mit jener Winifred, die als enge Vertraute und wichtige Unterstützerin Adolf Hitlers in die Geschichtsbücher eingehen sollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2009
Dem Buchmarkt ein Familie-Wagner-Buch. Viel mehr kann Stephan Speicher in Oliver Hilmes Versuch einer Familientragödiengeschichte mit besonderem Interesse an Cosimas Kindern nicht erkennen. Was dem Rezensenten zunächst vielversprechend erscheint - immerhin bietet das Thema jede Menge "Sex, Fate and Opera" -, wird vom Autor leider nicht in all seiner Farbigkeit ausgemalt. Stellenweise Unterhaltsamkeit ist auch schon das Stärkste, was Speicher dem Band attestiert. Über die Kunst und das intellektuelle Milieu in Bayreuth oder über die Verbindungen zu Hitlers NS-Staat erfährt er nichts. Und was Hilmes zu Siegfried und Winifred Wagner zu sagen hat, ist Speicher zu "blass". Allen, die wirklich mehr über Familie Wagner wissen möchten, empfiehlt er Jonathan Carrs "Der Wagner-Clan".
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