Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Am Morgen nach dem großen Feuer hat die kleine Maeve ihren großen Auftritt: Aufgeregt schwirrt sie los und gibt in der Nachbarschaft zum besten, was sie über den Brand der Autowerkstatt aufgeschnappt hat. Das Mädchen genießt den kurzen Ruhm und - vielleicht zum ersten Mal - das Glück, eine Geschichte erzählen zu können. Sieben autobiografische Erzählungen bilden den Auftakt des neuen Buchs der irisch-amerikanischen Schriftstellerin Maeve Brennan: Brennan skizziert ihre Kindheit und Jugend im Dublin der zwanziger und dreißiger Jahre. Dort spielen auch die weiteren Erzählungen des Bandes, in denen die Autorin genüßlich ihre Mitmenschen aufs Korn nimmt: die unwillige Braut, die ihr Leben vergeudet, die machthungrige Toilettenfrau, die unversehens in ihre Schranken gewiesen wird, die Möchtegern-Künstler, die wider alle Vernunft an ihren Träumen festhalten.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2009
Kühn in der Sprache und leuchtend in ihrer "Erkenntnisschärfe". So beschreibt Bernadette Conrad die Erzählungen Maeve Brennans. Figuren und Geschichten aus dem Erzählkosmos der 1993 76-jährig verstorbenen Autorin gehen ihr merklich nah. Ein Grund dafür ist Brennans Kunst die "Nebenfiguren des Lebens" zu Protagonisten ihrer Geschichten zu machen. Für Conrad eine "verstörende" Perspektive. Besonders, wenn ihr die Autorin das "geheime innere Leben" ihrer Figuren eröffnet und ihm "Glanz und Würde" verleiht. Für den nunmehr dritten Band mit Erzählungen von Maeve Brennan ist Conrad dem Verlag sehr dankbar.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.07.2009
Wohlwollend bespricht Sabine Peters diese Kurzgeschichten aus den 50er Jahren der irisch-amerikanischen Journalistin und Schriftstellerin Maeve Brennan. Sie genießt durchaus den gnadenlosen Blick, mit dem die Autorin ihre Figuren ins Visier nimmt und in all ihren seelischen Abgründen vorführt, wie eine allseits gehasste Toilettenwärterin in "Plagegeist", oder das kleine Mädchen Maeve in der Titelgeschichte, die als erste Zeugin eines Großbrandes die Aufmerksamkeit auskostet. Manchmal scheint der Rezensentin allerdings die unterkühlte, distanzierte Art, mit der Brennan ihre Charaktere mit all ihren Schwächen und Verfehlungen ausstellt auch ein bisschen als "Masche". Und deshalb ist sie froh, dass es in diesem Band auch Geschichten gibt, die ihre Protagonisten nicht ganz so souverän durchschauen und entlarven und mehr Verständnis für sie aufbringen. Am besten haben ihr zudem die Texte gefallen, die statt der Scharfsichtigkeit auch ein bisschen Rätselhaftigkeit zulassen, und hier weisen sie sich nicht nur als stilistisch brillant, sondern auch als zeitlos aus, wie Peters lobt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2009
Ganz hingerissen zeigt sich Ingeborg Harms von diesem Band mit "meisterhaften" Erzählungen der irisch-amerikanischen Schriftstellerin und Journalistin Maeve Brennan, die unter anderem für "Harper's Bazaar" und den "New Yorker" schrieb. Nur auf den ersten Blick scheinen ihr die Geschichten, die fast alle in Dublin spielen, wo Brennan siebzehn Jahre lebte, bevor sie in die USA übersiedelte, dem Großstadtmilieu von Manhattan, in dem sich die Autorin später bewegte, fremd zu sein. Tatsächlich sind sie in Harms' Augen "durch und durch mondän", was Harms auf die "geistige Freiheit" ihrer Autorin zurückführt. Die einzelnen Erzählungen findet sie jede für sich vollendet. Sie kommen zur Freude von Harms ohne Klischees, Pointen und dramatische Wendepunkte aus, bestechen dafür aber mit durchdringendem Scharfsinn und dem "Kassandrablick" Brennans.
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