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zuletzt aktualisiert 19.03.2010, 14.00 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Lukas Hartmann

Bis ans Ende der Meere

Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook. Roman

Cover: Bis ans Ende der Meere

Diogenes Verlag, Zürich 2009
ISBN-10 3257066864
ISBN-13 9783257066869
Gebunden, 489 Seiten, 21,90 EUR

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Klappentext

Im Juni 1776 schifft sich der junge Zeichner John Webber in Plymouth (England) zur dritten Weltumsegelung auf dem Dreimaster 'Resolution' ein. Kapitän ist James Cook. Webber quartiert sich in der Kajüte ein, in der Georg Forster auf Cooks zweiter Weltumsegelung Tagebuch führte. Webber wird zum Vertrauten von Captain Cook, stirbt beinahe und begegnet seiner großen Liebe. Vier Jahre später kommt Webber zurück, gezeichnet von den Strapazen der Reise. Die Sehnsucht nach der Südsee wird ihn nie mehr loslassen. Captain Cook, der aufgebrochen war, um die Nordwestpassage durchs arktische Eis zu finden, kehrt nicht heim. Was war geschehen? Ein historischer Roman um den rätselhaften Captain James Cook und zugleich die Entwicklungsgeschichte eines jungen englischen Malers mit Schweizer Wurzeln.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2009

In gewohnter Manier verfährt der Schweizer Erfolgsautor Lukas Hartmann in seinem jüngsten Roman, stellt die Rezensentin Sibylle Birrer fest. Er nimmt eine historisch verbürgte Figur mit historisch verbürgter Geschichte und versetzt das, was man wissen kann, mit allerlei, das der Autor sich ausdenkt. Konkret heißt das hier: Auf fünfhundert Seiten folgt der Roman dem real existierenden Landschaftsmaler John Webber, der einst John Cook auf seinen Expeditionen begleitete - auch der Bezug zu Hartmanns Heimatstadt Bern, in der Webber sein Handwerk einst lernte, beruht auf Tatsachen. Auch die Vorzüge und Grenzen des Hartmannschen Verfahrens sind, so Birrer, die für die Leser des Autors bekannten. Er verstehe es gut, einen "Sog" zu erzeugen, so dass man der Geschichte gerne folge. Er neige aber auch zu manchmal übertriebenen "didaktischen" Einschüben. Was nichts daran ändert, dass Birrer dieses Buch gerne gelesen hat. Auch die "unpathetische Erzählweise" und die "detaillierte Recherche" lobt sie ausdrücklich.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.06.2009

Evelyn Finger ist sehr beeindruckt von diesem Roman, mit dem Lukas Hartmann ihrer Ansicht nach dem alten Seefahrerroman eine neue, eine "empfindsame Variante" abgewinnt. Nur "leicht altertümelnd" erzählt er die Geschichte des Schiffsmalers John Webber, der zusammen mit Captain James Cook nach Hawaii in See stach und dort Augenzeuge eines üblen Massakers wurde: Nach einem vom jähzornigen Cook selbst provozierten Tumult wird dieser offenbar regelrecht abgeschlachtet, erzählt Finger nach, die Engländer bekommen nur einzelne Knochen von ihm zurück. Ihre Rache wird umso fürchterlicher. Anschließend soll Webber den Kapitän gemäß den Ansprüchen der königlichen Admiralität malen: in weißer Seeuniform, quasi als "Epiphanie des Humanismus". Was Finger an diesem Roman so fasziniert, sind offenbar die Erkenntnis, dass die Wilden wir selbst sind, und wie schwierig der Ausgleich zwischen Kunst und Wirklichkeit ist. Und die grausam-schöne "Unendlichkeit des Ozeans".

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