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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Brigitte Große. Kindheit und Jugend einer ewig hungrigen Diplomatentochter. Die äußeren Stationen: Japan, China, USA, Bangladesch, Burma und Belgien. Die inneren Stationen: Hunger nach Liebe, Hunger nach Leere und endlich Hunger nach Leben.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.09.2009
Jutta Person erkennt in der belgischen Bestsellerautorin Amelie Nothomb eine jener "Ultra-Narzissten", die sich hinter einer Maske von Selbstironie zu verbergen suchen. Von ihrem autobiografischen Roman "Biografie des Hungers" ist sie vor allem abgestoßen. Die Autorin berichtet darin von ihrer sich durch ihre gesamte Diplomatentochterjugend ziehenden Gier nach Süßigkeiten, Literatur und Liebe - und Person kann kaum glauben, dass ein "derart schlichter Gedanke" für ein ganzes Buch herhalten soll. Nicht nur die vielen Klischees, platten Allgemeinplätze und stilistischen Fehlgriffe nerven sie an diesem Roman. Es ist die aufgeregte Selbstbespiegelung einer "Luxusgöre", die ihr gewaltig gegen den Strich geht, und sie kann sich des - zugegeben "niedrigen" - Wunsches kaum erwehren, dass ein derart aufgeblasenes Ich wenigstens einmal wirklich hungern müsste.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2009
Peter Urban-Halle wirkt mitgerissen vom schieren Lebenshunger, der aus Amelie Nothombs "Biografie des Hungers" geradezu schreit. Und auch wenn er durchschaut, dass die 1967 in Japan geborene Belgierin an ihrem eigenen "Mythos" strickt, wenn sie von ihrer Kindheit und ihren Jugendjahren in Japan, China oder Bangladesh als Tochter eines Diplomaten schreibt, so kann er nicht umhin, sich von ihrer manischen Exzentrik fesseln zu lassen. Gegen Ende der Lektüre geht ihm dann auf, dass sich hinter den "zum Schreien komischen" Berichten eine Tragik verbirgt, die "übergroße Selbstliebe" ihrer Kinderjahre in der Pubertät in ihr Gegenteil umschlägt - in Magersucht und Alkoholismus. Als bestimmend aber sieht er die "fast irrwitzige Sehnsucht nach dem Absoluten", die diese Autorin antreibt und die offensichtlich sehr anstecken wirkt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2009
Joseph Hanimann scheint sich bei der Lektüre von Amelie Nothombs autobiographisch gefärbten Roman "Biografie des Hungers" gut unterhalten zu haben. Das Buch über Kindheit und Jugend einer Diplomatentochter ist für ihn wie ein "von hinten aufgespulter Entwicklungsroman" verfasst, gewinnen die erzählten Situationen und Anekdoten doch immer erst im Nachhinein Bedeutung. Im Grunde aber sieht Hanimann in dem Roman ein Werk über die "Kunst der Unersättlichkeit", Unersättlichkeit im Blick auf Essen, Trinken, Leben, Liebe, Sättigung aus der Perspektive einer Erzählerin, der von Anfang an das Leben als Verlust erscheint. Gleichwohl wirkt das Ganze auf ihn nie existenziell. Die Sprache der Autorin beschreibt er als "trocken, kantig, etwas schrill" und facettenreich. Auch die relativ freie deutsche Übersetzung von Brigitte Große hat ihn überzeugt.
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