Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Bulgarischen von Thomas Frahm. Vladimir Zarev erzählt im Roman "Familienbrand" die Familiengeschichte der Weltschevs. Petruniza, die Witwe des alten Assen Weltschev, lebt mit ihren fünf Kindern in Widin, einer verschlafenen Kleinstadt am Unterlauf der Donau. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird auch Widin in den Strom der Politik gerissen; in diesen unruhigen Zeiten suchen die Brüder Weltschev ihr Glück auf unterschiedliche Weise: Panto macht Karriere als Bankier, Ilija als Fabrikant und Ausbeuter. Christo, der sich für den Sozialismus begeistert, wird zum Helden wider Willen, und Jordan will eine Kirche bauen, einen Ort der Buße, doch es wird eine Raststätte, ein Ort der Muße für Sünder aller Art.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2009
Bei diesem Autor würde Judith Leister gerne einmal einen Blick in die Schubladen werfen. Die Chancen, auf einen großen Roman zu stoßen, erscheinen ihr alles andere als schlecht. Leisters Neugier rührt von einer Lektüre her, die ihr die Geschichte eines Familienfluchs in einer bulgarischen Kleinstadt um 1900 als sprachlich überbordendes (vital und elegant übersetztes) Epos serviert - garniert mit dem "Wetterleuchten" der großen Ideologien des frühen 20. Jahrhunderts. Dass Vladimir Zarevs 30 Jahre alter Roman die mythische Vorgeschichte Bulgariens beschwört, anstatt den Sozrealismus, macht Autor und Buch der Rezensentin sympathisch. Ebenso die groteske Komik und das Gogol'sche Personal. Ein Meisterwerk und zu Recht ein Kultbuch, findet Leister.
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