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Ana Novac
Die schönen Tage meiner Jugend
Klappentext
Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. "Die schönen Tage meiner Jugend" ist ein einzigartiges Dokument: das Tagebuch einer vierzehnjährigen Jüdin aus Siebenbürgen, das sie in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern heimlich führte. Nicht ein nachträglich erinnerter Bericht, nicht ein Tatsachenroman, kein dialogisierter Prozess: ein authentisches Zeugnis davon, dass auch das Grauen seinen Alltag hat. Es ist eine makabre Zerrwelt, in der das junge Mädchen lacht und weint, hungert und isst, geschlagen wird und begreifen muss, was es heißt, zu sterben oder zu überleben. Absonderlich, verquer, verständlich und verstörend dennoch, wie sehr darüber hinaus der Besitz des Heftes und des Bleistiftstummels und schließlich das Schreiben selbst zum Inhalt ihrer Existenz und zum Gegenstand des Tagebuchs werden. Ich schreibe, also bin ich.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2010
Als "Triumph" gegen eine allzu routinierte Vergangenheitsbewältigung preist Stefanie Peter das Wiedererscheinen von Ana Novacs neu übersetzen Aufzeichnungen von 1944 aus dem Konzentrationslager. "Hochpoetisch", genau und mitunter sogar komisch hat die zur Zeit ihrer Verschleppung ins Lager 14 Jahre zählende Autorin ihre Erlebnisse festgehalten, die Organisation des Lagerlebens und der Häftlinge analysiert und mit beklemmender Kühle die "furchtbarsten Momente" im KZ notiert, lässt die Rezensentin wissen. Dabei zeigen sich ihr die Notizen, die als 700-Seiten-Konvolut aus dem Lager gelangten und nach dem Krieg wieder zu der Autorin kamen, als Selbstbehauptungsinstrument der Siebenbürger Autorin, die vor knapp vier Jahrzehnten von Rumänien nach Frankreich emigrierte, wie Peter mitteilt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2009
Frappierend erscheinen Titel und Ton dieser Erinnerungen dem Rezensenten. Schließlich entstehen Ana Novacs Aufzeichnungen 1944 in den Lagern von Auschwitz und Plaszow. Da ist Novac gerade 14 Jahre alt. Dass sie "keck" schreibt, authentisch und nicht ohne Pathos und dass die reflexiven Einschübe der späteren Komödienautorin ironisch distanziert sind, rückt diese Erinnerungen für Christoph Schröder in die Nähe eines Imre Kertesz. Der Riss, der durch das schreibende Ich geht, ist ihm beim Lesen über die Grausamkeit des Lageralltags immer gegenwärtig.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2009
Beeindruckt zeigt sich Rezensent Thomas Laux von Ana Novacs Beschreibungen ihres Alltags in den verschiedenen deutschen Konzentrationslagern, in denen sie interniert war. Novac gewährt in seinen Augen präzise Einblicke in das Leben und Sterben der Häftlinge und der Spannungen, die auch untereinander entstanden. Die Schilderungen der Grausamkeiten des Gefangenenlebens bezeugen für Laux eine "stupende Mischung aus Desillusioniertheit und trutziger Lebensbejahung". Sichtbar wird für ihn eine ebenso surreal wie grauenvoll anmutende Parallelwelt. Besonders hebt er den abgeklärten, ironischen Stil der damals erst fünfzehnjährigen Autorin hervor. Sein Fazit: Novacs Aufzeichnungen gehören in die "allererste Reihe schriftstellerisch erfasster KZ-Lagererfahrungen".
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