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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ana Novac

Die schönen Tage meiner Jugend

Cover: Die schönen Tage meiner Jugend

Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3895614157
ISBN-13 9783895614156
Gebunden, 307 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. "Die schönen Tage meiner Jugend" ist ein einzigartiges Dokument: das Tagebuch einer vierzehnjährigen Jüdin aus Siebenbürgen, das sie in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern heimlich führte. Nicht ein nachträglich erinnerter Bericht, nicht ein Tatsachenroman, kein dialogisierter Prozess: ein authentisches Zeugnis davon, dass auch das Grauen seinen Alltag hat. Es ist eine makabre Zerrwelt, in der das junge Mädchen lacht und weint, hungert und isst, geschlagen wird und begreifen muss, was es heißt, zu sterben oder zu überleben. Absonderlich, verquer, verständlich und verstörend dennoch, wie sehr darüber hinaus der Besitz des Heftes und des Bleistiftstummels und schließlich das Schreiben selbst zum Inhalt ihrer Existenz und zum Gegenstand des Tagebuchs werden. Ich schreibe, also bin ich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2010

Als "Triumph" gegen eine allzu routinierte Vergangenheitsbewältigung preist Stefanie Peter das Wiedererscheinen von Ana Novacs neu übersetzen Aufzeichnungen von 1944 aus dem Konzentrationslager. "Hochpoetisch", genau und mitunter sogar komisch hat die zur Zeit ihrer Verschleppung ins Lager 14 Jahre zählende Autorin ihre Erlebnisse festgehalten, die Organisation des Lagerlebens und der Häftlinge analysiert und mit beklemmender Kühle die "furchtbarsten Momente" im KZ notiert, lässt die Rezensentin wissen. Dabei zeigen sich ihr die Notizen, die als 700-Seiten-Konvolut aus dem Lager gelangten und nach dem Krieg wieder zu der Autorin kamen, als Selbstbehauptungsinstrument der Siebenbürger Autorin, die vor knapp vier Jahrzehnten von Rumänien nach Frankreich emigrierte, wie Peter mitteilt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2009

Frappierend erscheinen Titel und Ton dieser Erinnerungen dem Rezensenten. Schließlich entstehen Ana Novacs Aufzeichnungen 1944 in den Lagern von Auschwitz und Plaszow. Da ist Novac gerade 14 Jahre alt. Dass sie "keck" schreibt, authentisch und nicht ohne Pathos und dass die reflexiven Einschübe der späteren Komödienautorin ironisch distanziert sind, rückt diese Erinnerungen für Christoph Schröder in die Nähe eines Imre Kertesz. Der Riss, der durch das schreibende Ich geht, ist ihm beim Lesen über die Grausamkeit des Lageralltags immer gegenwärtig.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2009

Beeindruckt zeigt sich Rezensent Thomas Laux von Ana Novacs Beschreibungen ihres Alltags in den verschiedenen deutschen Konzentrationslagern, in denen sie interniert war. Novac gewährt in seinen Augen präzise Einblicke in das Leben und Sterben der Häftlinge und der Spannungen, die auch untereinander entstanden. Die Schilderungen der Grausamkeiten des Gefangenenlebens bezeugen für Laux eine "stupende Mischung aus Desillusioniertheit und trutziger Lebensbejahung". Sichtbar wird für ihn eine ebenso surreal wie grauenvoll anmutende Parallelwelt. Besonders hebt er den abgeklärten, ironischen Stil der damals erst fünfzehnjährigen Autorin hervor. Sein Fazit: Novacs Aufzeichnungen gehören in die "allererste Reihe schriftstellerisch erfasster KZ-Lagererfahrungen".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren