Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Das islamische Recht ist im Westen durch spektakuläre Todesurteile und drakonische Körperstrafen in Verruf geraten, ansonsten aber weitgehend unbekannt. Was ist die Scharia? Was ist eine Fatwa? Kann es im Islam eine Gleichberechtigung der Geschlechter geben? Diese und andere Fragen behandelt Mathias Rohe in der ersten umfassenden Darstellung des islamischen Rechts seit Jahrzehnten. Er beschreibt die Entstehung, Entwicklung und gegenwärtige Ausformung des islamischen Rechts, erläutert islamische Rechtsfindungsmethoden und schildert die Grundzüge des Familien-, Völker-, Straf- und Wirtschaftsrechts. Dabei kommen auch grundlegende Unterschiede zwischen Sunniten, Schiiten und anderen Richtungen zur Sprache. Sein besonderes Augenmerk gilt den Regelungen für Muslime in einer nichtislamischen Umgebung, vor allem in Deutschland.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Mathias Rohe: Das islamische recht - Leseprobe beim Verlag C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.11.2009
Die Studie des Juristen Mathias Rohe über Geschichte und Gegenwart des islamischen Rechts hat den hier rezensierenden Islamwissenschaftler Tilman Nagel nicht ganz überzeugt. Zwar findet er insbesondere die Abschnitte über das klassische und das moderne islamische Recht instruktiv, genau und eingehend dokumentiert. Aber er sieht auch einen gravierenden methodischen Mangel: Rohe berücksichtigt seines Erachtens den transzendentalen Charakter des fünfstufigen islamischen Bewertungssystems für Recht und Unrecht nicht hinreichend. Ein rein "diesseitiges" islamisches Recht gebe es nun mal nicht. Für den "unbefangenen Leser" bleibe nach der Lektüre daher unverständlich, weshalb etwa in islamischen Ländern die Verfassungen oft den Islam als Quelle des Rechts nennen oder islamische Normen auch im nichtreligiösen öffentlichen Raum gelten sollen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.10.2009
Als "Standardwerk" würdigt Rezensent Michael Kiefer dieses Buch über das islamische Recht, das der Islamwissenschaftler und Jurist Mathias Rohe vorgelegt hat. Das Werk führt für ihn eindrucksvoll vor Augen, dass es niemals das eine islamische Recht gegeben hat, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Traditionen und Interpretationen. Der Autor zeichnet seines Erachtens akribisch und überzeugend die verschiedenen Entwicklungslinien und Schulen der Interpretation der Rechtsquellen nach. Er hebt hervor, dass sich das Buch gegen einseitige verzerrende Darstellung des islamischen Rechts wendet und vor den "einfachen Wahrheiten der hiesigen Islamdebatte" warnt. Insgesamt bescheinigt Kiefer dem Autor, mit seinem Werk einen wichtigen Beitrag zur "Versachlichung der Debatte" zu leisten.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2009
Die Neigung zu Pauschalurteilen im Umgang mit muslimischem Recht ist Peter Heine gut bekannt. Dem Juristen und Islamwissenschaftler Mathias Rohe traut er allerdings mehr zu. Rohes Buch zum Thema erscheint ihm als so kenntnis- wie faktenreiche Korrektur gängiger Vorurteile gegenüber der Scharia. Weil Rohe zugleich verschiedene Aspekte der islamischen Rechtssprechung problematisiert und rechtshistorisch erläutert, vermag der Rezensent zu erkennen, wie vielfältig dieses Recht ist und wie schwierig sich der Umgang damit in westlichen oder nichtmuslimischen Gesellschaften gestalten muss. Die von Rohe gewählten Beispiele führen Heine allerdings auch die Unkenntnis vor Augen, mit der Vertreter des islamischen Rechts in Kanada, Indien und Deutschland "ihr" Recht vertreten.
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