Viel ist geredet worden über das "abgehängte Prekariat", die "neue Armut" oder die Unterschicht. Wer dabei selten zu Wort kam, waren die Betroffenen selbst, aber auch die Helfer in der Schule, in den Ämtern, in den Familien. Dies Buch gibt diesen Menschen eine Stimme - sie selbst erzählen, wie es ist, ganz unten zu leben. In den vergangenen Jahren hat sich eine Gruppe der "Ausgeschlossenen" gebildet - Menschen, die nicht mehr am Leben in diesem Land teilnehmen und kaum Hoffnung haben, dass dies eines Tages wieder gelingen wird. Die Autoren haben sie aufgesucht - Familie Weber und die Schüler der Förderschule in Wattenscheid; Heidemarie Danzer, die Menübotin in Berlin, die arm ist, obwohl sie arbeitet; die Mitarbeiter und "Kunden" des reformierten Arbeitsamtes Hagen und die Insassen im Jugendarrest in Wetter an der Ruhr.
Für seine ungemein packende Nahaufnahmen feiert Rezensent Dorion Weickmann dieses Buch über das Leben in den ärmeren Milieus, die nun offenbar auch in kritischeren Kreisen wieder als "Unterschicht" bezeichnet werden dürfen. Er lobt die Vielschichtigkeit des Buches ebenso wie sein Reichtum an Schicksalen und Menschen. Als besondere Qualität hebt er den Respekt hervor, den das Autorentrio seinem Gegenstand und den betroffenen Menschen entgegenbringt. Wie weiland Günter Wallraff hätten sich die drei im Wesentlichen als teilnehmende Beobachter verstanden, hätten den Alltag von Menschen, die sich "im Paralleluniversum der Sozialtransfers" durchs Leben hangeln würden, teilweise jahrelang begleitet und gäbe nun fast unkommentiert seine Eindrücke im Wechsel mit amtlichen Verlautbarungen zum Thema wieder. Am Ende summieren sich speziell die dokumentierenden Einschübe von Einzelschicksalen aus Sicht des Rezensenten zu einem schockierenden Dossier der Abwärtsspirale, in der er längst nicht mehr nur das klassische Prekariat verfangen sieht.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…