Katrin Seglitz

Der Bienenkönig

Roman
Cover: Der Bienenkönig
Weissbooks, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783940888365
Gebunden, 172 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

1989, die Mauer fällt, aber die Brüder Richard und Walter, der eine im Westen, der andere im Osten, können zueinander nicht kommen. Zu verschieden sind die Befindlichkeiten und Denkweisen, zu unterschiedlich die Wunden, die ihnen zugefügt wurden.Zeugin des Bruderzwists ist die Erzählerin - Kornelia, Richards Tochter. Sie erinnert sich an Onkel Walters Bienenhaus im Osten, an Episoden ihrer Kindheit, an Besuche, an Gespräche und, mehr noch, an heikle Themen, über die in der Familie geschwiegen wurde. Und erzählt eine so wahre wie packende Geschichte, in der nach und nach aufgedeckt wird, wie sich Teilung, Mauerfall und Wiedervereinigung auf die Beziehung zweier Brüder ausgewirkt haben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.08.2009

Polyphonie, lakonischen Witz und die souveräne Beherrschung ihrer sprachlichen Mittel bescheinigt Rezensent Jochen Schimmang dieser Autorin und ihrem historischen Roman über eine Familie, die zwischen der DDR und der BRD gespalten ist und deren Gefüge vom Jahr 1989 erschüttert wird. Trotz einiger etwas wuchtiger Passagen liest Schimmang den Roman nicht als Historienschinken, sondern als ein differenziertes Buch ohne jegliche Patina. Auch der Titel gefällt ihm, denn er passt seiner Ansicht nach zur wabenförmigen Struktur des Romans, die sich nach und nach mit Bildern füllt. Lediglich bei der Schilderung von Ereignissen historischer Schlüsseldaten wie dem 17. Juni bleibt die Autorin Schimmnags Ansicht nach hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2009

Philipp Ramer hat Katrin Seglitz' Debütroman um zwei Brüder, die sich sehr zugetan sind, bis sie durch Familienzwist und die Teilung Deutschlands getrennt werden, durchaus gern gelesen. Die Geschichte der Brüder Walter und Richard, in Rückblicken, Erinnerungen und Träumen von der Tochter Walters ergründet, entfaltet sich in kurzen, pointierten Szenen, die dennoch nichts an atmosphärischer Dichte zu wünschen übrig lassen, wie der Rezensent lobt. Eigentlich gefällt ihm auch die sprachspielerische Erzählweise der Autorin, auch wenn er zugeben muss, dass ihm die "Wort- und Reimspiele" manchmal zuviel werden. Insgesamt aber hat ihn der Roman als deutsch-deutsche Mentalitätsgeschichte, die zeigt, wie tief das Teilungstrauma in den Biografien sitzt, überzeugt.

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