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Klappentext
Aus dem Englischen von Gerda von Uslar. In der Überarbeitung von Ingo Herzke. Eine Kleinstadt im amerikanischen Süden, eine harmonische Familie. Der Vater geht mit seinem kleinen Sohn ins Kino, zwischen ihnen herrscht große Sympathie. Am nächsten Morgen will der kleine Rufus Follet dem Vater seine neue Kappe vorführen - und die ganze Welt ist auf einen Schlag anders geworden. Jay Follet, der in der Nacht zu einem überstürzten Besuch beim kranken Vater aufgebrochen war, ist auf dem Rückweg nach Knoxville, Tennessee, bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er hinterlässt eine junge Frau und zwei kleine Kinder. Seitdem "Ein Todesfall in der Familie" 1957 zum ersten Mal erschienen ist - Agee erhielt dafür posthum den Pulitzer Prize - gehört Knoxville, Tennessee auf die literarische Landkarte, die Familie Follet, insbesondere der kleine Rufus, zu den unvergesslichen literarischen Figuren. Das liegt an James Agees präziser Sprache, seiner Beobachtungsgabe, seiner formalen Intelligenz und Menschenkenntnis. Der wie ein Tryptichon komponierte Roman - der erste Teil erzählt vom Abend vor dem Unfall, der zweite beschreibt die Nacht, in der das Unglück geschieht, der dritte die Tage bis zum Begräbnis - fasst die Gefühle und Empfindungen, Gedanken und Erinnerungen der Beteiligten so genau zusammen, dass die alltägliche Katastrophe und die Versuche zu ihrer Bewältigung etwas Universales und Unvergängliches bekommen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
James Agee - "Ein Todesfall in der Familie": Leseprobe beim Verlag
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2009
Die Handlung, die ihren Anfang mit dem Unfalltod eines Familienvaters nimmt, spielt nicht die Hauptrolle in diesem 1957 erst posthum veröffentlichten Roman von James Agee. Es gehe vielmehr, versichert der Rezensent Michael Schmitt, um die langsame Erkenntnis, wie sehr die Familie bereits vor Eintritt dieses dramatischen Ereignisses zerrüttet war. Von zentraler Bedeutung sind die raffinierten Perspektivwechsel, die das Erzählprinzip dieses einzigen Romans ihres früh verstorbenen Autors bilden. Einerseits blickt die Erzählung - in dritter Person- auf das Geschehen in der Kindheit der autobiografisch inspirierten Zentralfigur Rufus zurück. Andererseits wird diese Vergangenheit auch in der ersten Person als Gegenwart des sechsjährigen Rufus präsentiert. In der Kluft, die sich so auftut, liege denn auch, so Schmitt, das zentrale Thema des Romans. Der handle wesentlich davon, dass zwischen dem Vergangenen und der Gegenwart unüberwindliche "Gräben" liegen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2009
Als Drehbuchautor der "African Queen" kennt Jochen Schimmang den Autor James Agee, als einen der bedeutendsten amerikanischen Filmkritiker des vergangenen Jahrhunderts offenbar nicht. Immerhin hat er ihn nun wenigstens als Romanautor entdeckt, dessen einziges Werk in nach Ansicht des Rezensenten sehr gelungener überarbeiteter deutscher Übersetzung vorliegt. Erzählt wird, nach idyllischem Beginn, die finstere Geschichte einer unglücklichen Familie. Jay Follett, Ehemann und Vater eines Sohns und einer Tochter, kommt bei einem Autounfall ums Leben. Davon, wie die Familie damit zurande kommt, erzählt der Roman aus verschiedenen Perspektiven. Schimmang bedauert etwas, dass Agee selbst starb, bevor er den zweiten und dritten Teil überarbeiten könnte. Darum sei der konzentrierte erste mit einigen Höhepunkten der stärkste. Daran, dass das Buch auch als ganzes lesenswert ist, lässt der Rezensent jedoch keinen Zweifel.
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