Aus dem Japanischen von Frank Rövekamp. Aiko Matsushima ist mit den Abgründen des Lebens von Kindesbeinen an vertraut. Sie wächst in einem heruntergekommenen Bordell in Tokio heran, von ihrer Mutter fehlt jede Spur. Außer einem Paar weißer Schuhe ist dem ungeliebten Kind nichts von ihr geblieben, und so muss Aiko früh lernen, sich in einer Welt voller Kälte und Rücksichtslosigkeit zu behaupten. Auch als sie älter wird, hat sie es nicht leicht. Sie schlägt sich als Prostituierte, Zimmermädchen oder Kellnerin so eben durch, stets umgeben von Schmutz, Armut und Elend von Menschen, die Gescheiterte sind wie sie selbst. Und unmerklich wächst etwas in ihr heran, das eines Tages mit Macht an die Oberfläche drängt: Sie, die mit dem Rücken zur Wand steht, ist nun bereit, alle Tabus zu brechen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2009
Grimmiges Behagen gibt Rezensentin Lisette Gebhardt nach Lektüre dieser neuerlichen Japan-Demontage von Natsuo Kirino zu Protokoll. In deren Zentrum steht, wie wir lesen, das titelgebende Teufelskind, ihres Zeichens eine nicht sehr ansehnliche Japanerin über Vierzig, die sich nach einer Kindheit im Bordell zu einer ausgesprochen bösartigen Zeitgenossin entwickelt hat und auch vor tödlichen Attacken gegen Menschen aus ihrer Vergangenheit nicht zurückschreckt. Die Rezensentin begibt sich mit großer Lust auf dem Höllentrip der Protagonistin in die Abgründe ihrer Vergangenheit, auch weil die Autorin aus ihrer Sicht in diesem Zusammenhang dem Komplex "Fleischeslust" völlig neue Dimensionen abgewinnt. Auch die Abwesenheit jeglicher politischen Korrektheit trägt zum Leseglück der Rezensentin mit dieser "Mörderin im Mangaformat" bei.
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