Hubertus Knabe

Honeckers Erben

Die Wahrheit über Die Linke
Cover: Honeckers Erben
Propyläen Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783549073292
Gebunden, 447 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Mit viel Geschick hatten es Parteifunktionäre wie Gregor Gysi oder Lothar Bisky 1989/90 verstanden, die diskreditierte Diktaturpartei zu retten und die Misere, die vierzig Jahre Sozialismus hinterlassen haben, anderen in die Schuhe zu schieben. Das Milliardenvermögen der SED, bis heute angeblich unauffindbar, wurde auf Auslandskonten verschoben. Durch wiederholte Namensänderung wurde die SED-Herkunft verschleiert - noch heute sind gut die Hälfte der Mitgliedschaft alte SED-Genossen, darunter zahllose Stasi-Mitarbeiter. Das Parteiprogramm wurde auf Verfassungskonformität getrimmt, strebt in Wahrheit aber eine andere Republik an.Die jahrelang vergeblich betriebene Westausdehnung wurde schließlich mit Hilfe der WASG-Gründung und der populistischen Tiraden von Ex-SPD-Chef Lafontaine doch noch bewerkstelligt. Rechtzeitig zur Bundestagswahl leuchtet Knabe hinter die Kulissen einer Partei, die die Öffentlichkeit wie keine andere über ihr Innenleben zu täuschen versteht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.08.2009

Nicht wirklich erwärmen kann sich Rezensent Daniel Brössler für Hubertus Knabes Abrechnung mit der Linkspartei. Nicht dass er eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Partei für unnötig erachten würde. Aber die Art und Weise, wie Knabe dies tut, überzeugt ihn nicht. Der Leiter der Gedenkstätte im einstigen Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen verfällt in seinen Augen darin zu oft die Rolle des Eiferers. Das Buch scheint Brössler daher auch in erster Linie für Leser geeignet, die sowieso immer schon wussten, warum die Linkspartei nicht wählbar ist. Die Bemühungen zur Entlarvung der Linkspartei, die Knabe mit Beispielen aus der Weimarer Republik historisch untermauert, findet Brössler insgesamt recht einseitig. Er hält ihm, unter anderem im Hinblick auf das Verhältnis Lafontaine zu Honecker, vor, "entlastende Momente" zu ignorieren. Darunter leidet nach Ansicht des Rezensenten die Glaubwürdigkeit dieser Streitschrift. Bisweilen kommt er nicht umhin, den Ausführungen des Autors "lächerliche Züge" zu attestieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2009

Darüber, wie Wahrheit zu ermitteln sei, lässt sich streiten. Findet jedenfalls Mechthild Küpper in ihrer Besprechung zu Hubertus Knabes Buch über "Honeckers Erben". Das Versprechen, das der Untertitel des Buches ihr macht, lässt ihre Enttäuschung nur um so größer werden. Die Wahrheit über die Linkspartei, die der Autor hier präsentiert, ist laut Küpper viel zu reaktionär, wie sie schreibt: die IM-Akte wird zum einzigen Werturteil, egal wie sich die Menschen seitdem zu ihrer Vergangenheit verhalten haben und was sie seitdem geleistet haben. Wo Knabe bei der Herkunft der Partei und ihrer Mitglieder verweilt, wünscht sich Küpper einen gut recherchierten Blick auf die Möglichkeiten und die Frage, was die Partei so erfolgreich macht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.04.2009

Jede Menge Einwände macht Rezensent Christoph Dieckmann gegen dieses Buch geltend, das er als antilinke "Kampfschrift mit geschichtswissenschaftlichem Einband" empfand. Teilweise gehe der Autor so verbissen demagogisch vor, dass Dieckmann selbst an Stellen, mit denen er einigermaßen einverstanden ist, den Autor und sein Werk nicht wirklich ernst nehmen kann. Denn der macht es sich mit seiner scheinhistorischen Einordnung des Phänomens Linkspartei ein bisschen einfach, wie man Dieckmanns Kritik entnehmen kann. Nicht nur, dass er blindwütig mit Siebenmeilenstiefeln das Feld der komplexen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts durchquert, und dabei nicht einmal das Gründungsdatum der KPD korrekt wiedergibt, auch Hubertus Knabes Ausfälle gegen einzelne linke Protagonisten kann der Rezensent nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen.

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