Bücher der Saison
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Klappentext
Aus dem Englischen von Ursula Gräfe. Am 17. August 1988 explodiert wenige Minuten nach dem Start in Richtung Islamabad das Flugzeug des pakistanischen Präsidenten Zia ul-Haq. An Bord befinden sich neben dem Militärdiktator und treuesten Verbündeten der USA im Afghanistankrieg auch einige seiner ranghöchsten Generäle und der US-Botschafter Arnold Raphel. Bis heute ist es eine der großen offenen Fragen in der gewaltreichen Geschichte Pakistans, ob es sich bei dem mysteriösen Absturz um einen Unfall oder um ein Attentat handelte. Mohammed Hanif greift dieses Ereignis auf und entwickelt daraus einen Roman mit anarchischer Komik und schwarzem Humor. Hatte die CIA ihre Finger im Spiel? Waren es pakistanische Generäle, unglücklich über ihre bevorstehende Pensionierung? Geschah es wegen des Fluches einer blinden Frau? Oder durch ein Geschenk der All Pakistan Mango Farmers Cooperative?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.06.2009
Sigrid Löffler macht im Debütroman "Eine Kiste explodierender Mangos" von Mohammed Hanif die Entdeckung eines äußerst zynischen und bitterbösen Autors, der sich mit seinem Thriller als eines "Großmeisters" wie John Le Carre ebenbürtig erweist, wie sie preist. Der als Reporter für die BBC in Karachi berichtende Journalist erzählt vom Ende des Gewaltherrschers Zia ul-Haq, dem Pakistan die radikale Islamisierung verdankt und dessen Tod bei einem Flugzeugabsturz nie aufgeklärt wurde (mit an Bord: sein Geheimdienstchef und der amerikanische Botschafter). Parallel dazu erzählt er vom etwas ungefestigten Luftwaffen-Kadetten Shigri, der in die finsteren Machenschaften des Geheimdienstes ISI verstrickt wird. Außerdem liest sie aus dem Roman heraus, dass Hanif sich Mario Vargas Llosas "böse Sage" über den Diktator Trujillo zur Vorlage genommen hat. Wo allerdings der peruanische Autor "kitschiges Kolportage-Beiwerk" einflicht, konzentriere sich Hanif mit messerscharfem Blick auf die politischen Vorgänge, stellt Löffler anerkennend fest. Und so feiert sie den Autor nicht nur wegen seiner mit "hinterhältiger Ironie" aufgeladenen Dialoge als ein Meister "perfider, mehrdeutiger Tonfälle" und zeigt sich von diesem Roman rundum begeistert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2009
Dieser Stimme Pakistans traut Rezensent Martin Kämpchen eine ganze Menge zu. Unter den wenigen hier bekannten Namen pakistanischer Erzähler ist Mohammed Hanif mit seiner Satire über pakistanische Zustände für den Rezensenten eine Entdeckung. Kämpchen folgt den beiden Handlungssträngen – über die Politik des Militärdiktators Zia-ul-Haq und über den Stumpfsinn der Militärakademie aus Sicht eines Unteroffiziers – mit Hochachtung vor Hanifs präziser Handlungsführung. Der "rasant, frech und detailreich" inszenierte Thriller führt ihm das menschenverachtende diktatorische System Folter inklusive ganz ohne Larmoyanz vor Augen. Bis hierhin hat Kämpchen am Erzähltalent des Autors keinen Zweifel. Im zweiten Teil des Romans jedoch fehlt dem Rezensenten die Hinführung zu einem "kompakten Abschluss". Nebenhandlungen und Nebenfiguren führen Kämpchen in Sackgassen. Der Eindruck einer authentischen Darstellung eines brisanten Stücks Wirklichkeit (in "stimmiger" Übersetzung) aber bleibt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2009
Sehr beeindruckt und enthusiastisch bespricht Angela Schader Mohammed Hanifs Debütroman, der für den Booker Preis im letzten Jahr nominiert war und zum bejubelten Bestseller wurde, wie sie mitteilt. Der 1965 in Pakistan geborene Autor erzählt darin von einem Geflecht von Komplotten gegen den pakistanischen Diktator Zia ul-Haq, der am 17. August 1988 tatsächlich bei einem bis heute nicht aufgeklärten Flugzeugabsturz ums Leben kam, lässt uns die Rezensentin wissen. Der Roman entpuppt sich bei aller politischen Aktualität zudem als literarischer Glücksfall, der bis auf sehr seltene Stellen einfach "perfekt" ist, wie Schader schwärmt. Fasziniert verfolgt die Rezensentin, wie geschickt und dramaturgisch ausgefeilt Hanif die "von Machtgier gesättigte, vom Gift der Intrigen zersetzte Atmosphäre" innerhalb der politischen Elite zeichnet und sie findet, dass ihm der Anspruch einen "Thriller mit Witz" zu schreiben, hervorragend gelungen ist. Der Roman ist nicht nur eine Abrechnung mit dem korrupten und verbrecherischen Regime Zia ul-Haqs, sondern zeigt auch eine "Portion wahrhaft heiligen Zorns" gegenüber der Islamisierung Pakistans und der Etablierung der Scharia, erklärt die begeisterte Schader.
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