Florian Holsboer berichtet über seinen Weg zur Erforschung der Depression und sein Leben als Wissenschaftler. Anschaulich und allgemeinverständlich erklärt er seinen Ansatz der Behandlung seelischer Leiden. Sein Buch ist eine Mischung aus medizinischem Grundlagenwerk, Autobiografie und Streitschrift für eine biologisch fundierte und humane Seelenheilkunde. Die heute noch vorherrschende Reparaturmedizin wird schon bald einer Behandlung nach Maß weichen. Neue Medikamente werden entwickelt, die auf die individuellen Erfordernisse des Einzelnen abgestimmt sind. Die neue, personalisierte Medizin will verhindern, dass wir überhaupt erkranken, oder so komplexe seelische Erkrankungen wie eine Depression rasch und effizient heilen. Wir leben immer länger, und das verdanken wir nicht zuletzt den Fortschritten der Medizin. Doch wir wollen und sollen auch länger gesund bleiben
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2009
Die autobiografischen Momente dieses Buches möchte Robert Jütte lieber beiseite lassen. Besonders gut, lässt er uns wissen, ist das nämlich erstens nicht geschrieben, und tut wohl zweitens auch nicht viel zur Sache. Was den sachdienlichen Teil betrifft, hat Jütte allerdings auch einiges auszusetzen. Die Laientauglichkeit von Florian Holsboers Ausführungen zu den hormonellen und genetischen Ursachen der Depression, weiß er zwar zu schätzen. Zur Problematik der Placebogabe bei indizierter Depression hätte er sich allerdings mehr Informationen neurophysiologischer Art gewünscht. Über das "gespaltene Verhältnis" des Autors, einer der führenden deutschen Psychiater immerhin, zu den ethischen Gesichtspunkten gendiagnostisch gestützter Depressionstherapien reibt sich Jütte außerdem verwundert die Augen. Arbeit für Ethikkommissionen, gerade auch im Bereich placebokontrollierter Studien, gibt es nach Jüttes Meinung genug.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…