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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Friedrich Wilhelm Graf

Missbrauchte Götter

Zum Menschenbilderstreit in der Moderne

Cover: Missbrauchte Götter

C. H. Beck Verlag, München 2009
ISBN-10 3406584780
ISBN-13 9783406584787
Gebunden, 208 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

Menschenbilder, allen voran das viel beschworene christliche, erleben in den Kulturkämpfen der Gegenwart eine bemerkenswerte Konjunktur. Verfassungsrechtler und Politiker, Philosophen und Theologen werben mit ihnen. Meist sind die Menschenbilder mit Gottesbildern verknüpft. Und nicht alle Götter sind gleich. Harte, Unterwerfung fordernde Kampfgötter stehen weichen Kuschelgöttern gegenüber. Friedrich Wilhelm Graf fragt in einem weiten historischen Horizont nach den Hintergründen des Streits um Götter- und Menschenbilder, der zugleich ein Streit um das Bilderverbot ist. Dabei kommen die zivilisierenden Wirkungen von Religion ebenso in den Blick wie ihre barbarischen, zerstörerischen Seiten.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Friedrich Wilhelm Graf: Missbrauchte Götter - Informationen und Leseprobe beim Verlag C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2009

Recht intensiv setzt sich Dirk Lüddecke mit Friedrich Wilhelm Grafs Buch über Götter- und Menschenbilder auseinander. In seinem aus drei Vorträgen über den Humanismus hervorgegangen Buch geht es Graf insbesondere um den "unbedachten Sprachgebrauch" des Begriffs "Menschenbild", und so findet er zahlreiche Beispiele seiner ideologischen Verwendung, die allerdings, je näher sie der Gegenwart rückten, desto weniger beeindruckten, so Lüddecke. Überhaupt scheint ihm, der Autor fasst das Wort "Menschenbild" allzu buchstäblich auf und sieht deshalb nicht, was eigentlich mit dieser Metapher gemeint ist. Weiter kritisiert der Rezensent Grafs Diagnose von "Sattelzeiten" - einem Begriff des Historikers Reinhard Koselleck - die, wie Lüddecke mitteilt, eigentlich nur im Nachhinein zu bestimmen sind, von Graf jedoch unter anderem auf die Gegenwart seit den 80er Jahren angewendet werden. Hier meint der Rezensent den Tatbestand der "Bedeutsamkeitserschleichung" feststellen zu können, was er vom "skrupulösen und ideologiekritischen" Graf eigentlich nicht gedacht hätte. Und trotzdem hebt der Rezensent positiv hervor, dass das Buch eine angebrachte "Skepsis" gegenüber undurchdachten Verwendungen von "Menschenbildern" weckt, und er betont, dass Grafs "bildtheoretische Deutungen" seine "ungeteilte Zustimmung" erhalten.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.03.2009

Für Rudolf Walther ist das Buch des Theologen Friedrich Wilhelm Graf ein intellektueller Hochgenuss. Grafs einleitender "fulminanter" Traktat über intellektuelle Bescheidenheit und methodische Klarheit stimmt den Rezensenten auf eine Analyse der fortschreitenden "Theodiversität" ein, bei der Graf "selbstkritische Skepsis" beweist. Wo von "Fussballgöttern", der Gottesebenbildlichkeit von Stammzellen oder auch von "Menschenbildern" die Rede ist, deckt der Autor, für den Rezensenten plausibel, theologische wie politische Instrumentalisierungen auf und die dahinter sich verbergende "Partikularität und Perspektivität des eigenen Ethos" und erinnert daran, dass (Menschen-)Würde ein absoluter Begriff ist und weder eine Erfindung des Christentums noch der vegetarischen oder der Heimtierlobby. So lässt sich Walther von Graf 2000 Jahre Geistesgeschichte vorführen und staunt und freut sich über die Scharfsinnigkeit, mit der hier Argumente analysiert und Konsequenzen formuliert werden.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren