Nikolaus von Kues hat in mehreren Phasen seiner geistigen Entwicklung ein deutliches Interesse für Probleme und Entwicklungswege christlicher Mystik gezeigt. Das liegt an seinem weiten theologie- und philosophiehistorisch orientierten geistigen Horizont, der von der philosophischen Spiritualität der Antike Platons (424-347 v. Chr.) und Aristoteles' (384-322 v. Chr.) bis in die aktuellen religiösen Bedürfnisse seiner christlich geprägten Gegenwart hineinreichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2009
Jan-Heiner Tück preist die "stupende Gelehrsamkeit", die Alois Maria Haas in seinem Buch über die mystische Theologie des Nikolaus von Kues an den Tag legt und hat sich von dessen Ausführungen über den Denker des 15. Jahrhunderts offenbar sehr fesseln lassen. Haas stellt den Trierer Kardinal nicht nur als neuzeitlichen Denker dar, der mit seiner mystischen Theologie die damaligen Gelehrten kritisierte, er macht ihn auch zum "Wegbereiter der Postmoderne", was Tück zu der Überlegung führt, ob Kues nicht auch Jacques Derridas oder Michel de Certeaus Denken beeinflusst hat.
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