Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Spanischen von Wolfgang Promies. "Ich bin der Bär aus den Leitungsrohren im Haus." Mit diesen Worten beginnt die Erzählung des Bären, der in den Leitungsrohren eines Hauses lebt. Vergnügt klettert er durch die Warmwasserrohre, die Heizungsrohre und Luftschächte. Er rutscht von Stockwerk zu Stockwerk und hält so die Leitungen sauber. Im Sommer badet er bei Mondschein in der Zisterne auf dem Dach. Und manchmal macht er sich Gedanken über das merkwürdige, einsame Leben der Menschen in seinem Haus. Dann streichelt er zärtlich ihre Wangen, während sie noch schlafen, und geht in der leisen Gewissheit fort, etwas Gutes getan zu haben.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.07.2009
Kongenial findet Rezensentin Katharina Granzin Emilio Urberuagas Bebilderung dieser surrealen Cortazar-Geschichte über einen Bären, der im Leitungssystem eines Hauses lebt. Denn die als großformatig und dämmerig beschriebenen Bilder ergänzen aus Sicht der Rezensentin nicht nur diese Erzählung über einen nächtlichen Geist der städtischen Zivilisation. Sie erzählten sie in gewisser Weise neu, was das Buch nach Ansicht der Rezensentin auch für Kinder spannend macht, die noch nicht lesen können.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2009
Ein schönes Buch, aber gelungen ist es nicht. Eine tolle Geschichte, ein hervorragender Zeichner: in der Kombination ein "Verrat". Rezensent Fridtjof Küchemann erklärt, wie das zugeht: Cortazars Geschichte vom Bären, der hinter den Wänden und in den Rohren steckt, ist eine hinreißende Sache, die freilich gerade davon lebt, dass der irreale Bär allein in der Vorstellung der Leserin und des Lesers lebt. Der Illustrator Emilio Urberuaga aber setzt ihn ins Bild. Und nimmt ihm so jedes Rätsel. Dieser Versuch, Kindern eine surreale Erzählung für Erwachsene durch Bebilderung nahezubringen, ist darum, so Küchemanns Urteil, gescheitert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2009
Rezensentin Angelika Overath bringt dieses Bilderbuch für kleine Kinder ins Schwärmen. Von Julio Cortazar stammt der lyrische Text, von Emilio Urberuaga die Illustrationen. Beide wirken ihrer Meinung nach wunderbar zusammen. Dass die Geschichte eines Bären, der durch Leitungsrohre reist und den Menschen bei ihren täglichen Verrichtungen zuschaut und gelegentlich interveniert, ziemlich surreal wirkt, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch - im Gegenteil. Overrath ist einfach begeistert von der Poetik dieses Buches.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009
Seine Frage, ob sich denn der für die surreale Qualität seiner Texte berühmte argentinische Autor Julio Cortazar auch als Kinderbuch lesen lässt, kann Hans ten Doornkaat angesichts dieses Bilderbuchs unbedingt bejahen. Den Bericht eines Bären, der in den Leitungs- und Lüftungsrohren eines Mietshauses lebt und über seine Tages- und vor allem Nachtaktivitäten Auskunft gibt, können Kinder nämlich auch verstehen, ohne den "hochliterarischen Kontext" zu begreifen, betont der Rezensent. Als bezaubernd und fantasieanregend preist er auch die Illustrationen des spanischen Zeichners Emilio Urberuaga und schwärmt, dass es sich bei der bildlichen Umsetzung des sich durch die Rohre quetschenden Bären um ein "kleines", aber dabei absolut "plausibles Wunder" handelt.
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