Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Thomas Mann, Arnold Schönberg
Apropos Doktor Faustus
Briefwechsel Arnold Schönberg - Thomas Mann 1930-1951
Klappentext
Herausgegeben von E. Randol Schönberg. Mit dem Briefwechsel von Arnold Schönberg und Thomas Mann ist nicht nur ein Stück Exilgeschichte, sondern ein wesentliches Stück Literatur- und Musikgeschichte erstmals auf Deutsch nachzulesen. Die Briefe sind ein weiterer Baustein zum umfassenden Verständnis der Werke der beiden Künstler. Der zunächst unregelmäßige, später intensivere Briefverkehr zeigt inhaltliche und persönliche Bruchlinien auf, die tief in den Biografien der beiden Künstler verwurzelt scheinen. Vor allem die offensichtlichen Anlehnungen von Adrian Leverkühns - Protagonist in Manns Roman Doktor Faustus - musiktheoretischen Überlegungen an Arnold Schönberg boten Anlass zu heftigen Auseinandersetzungen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.01.2010
Rezensent Jürgen Otten begrüßt den nun erstmals vollständig vorliegenden Briefwechsel zwischen Arnold Schönberg und Thomas Mann. Scheint ihm die Ausbeute mit vierzehn Briefen des Schriftstellers und fünfzehn des Komponisten auf den ersten Blick auch etwas schmal, attestiert er der Korrespondenz gleichwohl den "Rang eines brisanten Zeitdokuments", zumal der Band, der auch ausgewählte Tagebuchnotizen sowie Schriften der beiden Künstler bietet, die "Absurdität ihrer Kontroverse" deutlich vor Augen führt. Otten verweist auf den unterschiedlichen Habitus von Mann und Schönberg, der sich im Lauf der Zeit zu einem tiefen Graben auswachsen sollte. In diesen Zusammenhang geht er besonders auf Schönbergs Angriffe auf Mann ein, dessen Verarbeitung der Zwölftonmusik im Roman "Doktor Faustus" dem Komponisten ein Dorn im Auge war.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2009
Erfreut zeigt sich Rezensent Daniel Ender über den von E. Randol Schoenberg herausgegebenen Briefwechsel zwischen Arnold Schönberg und Thomas Mann. Die Korrespondenz des Komponisten und des Schriftstellers spiegelt für ihn ein "faszinierendes Stück Geistesgeschichte" wider. Er hebt hervor, dass der Herausgeber den kompletten Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern in einen Zusammenhang mit Tagebuchauszügen und weiteren Dokumenten gestellt hat. So dokumentiert der Band für ihn das komplexe Verhältnis der beiden Künstler von der ersten Annäherung bis zum bitteren Zerwürfnis. Auch das Verhältnis von Mann und Theodor W. Adorno, der den Schriftsteller in Sachen Zwölftonmusik für die Schilderungen musikalischer Sachverhalte in dessen Roman "Doktor Faustus" beriet, scheint ihm nun "wesentlich besser verstehbar".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.08.2009
Rezensent Jens Malte Fischer ist von diesem Band im ungefähr gleichen Maß begeistert und entsetzt. Die Begeisterung gilt der Tatsache, dass hier nun erstmals in deutscher Sprache alle Dokumente vorliegen, die kennen sollte, wer in der Streitsache "Doktor Faustus" urteilen will. Fischer schildert die Entwicklung des Streits zwischen Thomas Mann und Arnold Schönberg zunächst und anhand der vorgelegten Dokumente recht ausführlich. Sein eigenes Urteil fällt dann recht deutlich aus: Thomas Mann habe sich zwar die Freiheit genommen, Arnold Schoenbergs Zwölftontechnik unter Fachberatung durch Theodor W. Adorno in seinen Musikerroman einzuarbeiten. Schönberg freilich, der den Roman niemals las, sei, so Fischer, in seinen Vorwürfen weit übers Nachvollziehbare hinausgeschossen. Das Entsetzen des Rezensenten hat dann einen ganz anderen Grund: Diese Edition, hergestellt von einem Enkel des Komponisten (von Haus aus Jurist) lasse jeglichen herausgeberischen Sachverstand und noch das Mindestmaß an Seriosität vermissen, das man auch von einer "Leseausgabe" erwarten dürfe. Zahlreich und in der Tat gravierend die Schnitzer, die Fischer hier aufzählt. Trotz der editorischen Katastrophe kann der Rezensent den Band aber nur zur Lektüre empfehlen. Es gehe hier nicht um eine kulturgeschichtliche Randnotiz, sondern um einen sehr erhellenden "Blick in die Abgründe der Künstlerpsychologie".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009
Gefesselt hat Volker Hagedorn diese Dokumentation zu Thomas Manns Auseinandersetzung mit Arnold Schönberg und dessen Zwölftonmusik gelesen, die der Enkel des Komponisten, E. Randol Schoenberg jetzt herausgegeben hat. Vom ersten Briefwechsel zwischen dem Schriftsteller und dem Komponisten im amerikanischen Exil über Theodor W. Adornos Analyse der Zwölftonmusik bis zum Zerwürfnis zwischen Mann und Schönberg über den Roman "Dr. Faustus" sind in diesem Band die "einschlägigen" Texte nachzulesen und klären umfassend und erhellend darüber auf, freut sich der Rezensent.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








