Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
18 Monate untersucht der SS-Ermittlungsrichter und Polizeibeamte Dr. Schmelz 1943/44 die Verhältnisse im KZ Buchenwald. Ausgerüstet mit einem personen-gebundenen Geleitbrief hat er freie Einsicht in alle Bereiche des Lagers. Noch im Winter 1944 wird der Kommandant des Konzentrationslagers, Karl Koch, in einem Geheimprozess wegen Wehrkraftzersetzung, Unterschlagung und Mord zum Tode verurteilt. Schmelz überführt mit Koch einen Mann, der sich mit Himmler duzt. Dies gelingt dem Juristen mit dem besten Diplom seines Jahrgangs, weil er nach hartem Ringen mit sich selbst zum Mörder an zwei sowjetischen Kriegsgefangenen wird: Er beweist mit dem "Prinzip der Ausschließlichkeit" persönlich motivierte Morde - mit Mord.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.05.2009
Ausdrücklich geht der Rezensent Christopher Schmidt auf die in der FAZ erschienene Kritik dieses Romans ein, die ihn als "geschmacklosen Schund" abgeurteilt habe. Dagegen nimmt Schmidt das Werk ausdrücklich in Schutz. Die fiktionalisierte wahre Geschichte des SS-Richters, der den Lagerkommandanten von Buchenwald (natürlich) nicht wegen Mordes, sondern wegen Korruption verurteilte, ist an sich schon eine so "aberwitzige" wie lehrreiche Angelegenheit. Aber auch was Altwasser daraus mache, sei immer wieder sehr interessant. Verschweigen will allerdings auch Schmidt die Schwächen nicht, etwa den Hang zur symbolischen Überdeutlichkeit. Was aber auf jeden Fall Lob verdiene, sei das Bemühen des Autors, als Nachgeborener die Geschichte des Dritten Reichs aus der Perspektive "eines typischen Opportunisten" zu erzählen.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2009
Kolja Mensing bleibt bewundernswert ruhig angesichts der "vierhundert Seiten Schund", die ihm der Autor zumutet. Dabei ist die historisch belegbare Geschichte des SS-Richters Konrad Morgen, die Volker Harry Altwasser hier zu "Literatur" zu verarbeiten bemüht ist, schon skandalös genug. Bei Altwasser wird die Figur zur den Jargon nationalsozialistischer Propaganda pflegenden "Knallcharge", die Dialoge klingen für Mensing wie aus einem "aus der Spur gelaufenen Heinz-Rühmann-Film". Insgesamt erscheint ihm das Buch als geschmacklose Parodie auf den Holocaust, das die Verbrechen der Nazis mit flotten Sprüchen kommentiert. Um so schlimmer, als Mensing den Stoff durchaus ernst nimmt. Die Brisanz der historischen Begebenheiten um den des Mordes an sowjetischen Kriegsgefangenen beschuldigten Morgen hätte seiner Meinung nach eine ernsthafte Beschäftigung gefordert.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








