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Klappentext
Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. Ein Philosophieprofessor in Oxford begibt sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Und schon ist er mittendrin im Schweden der fünfziger Jahre, im vertrauten Västmanland. Beim Geschmack der Zimtbirnen, beim Duft in den Schilfbänken der Seen und vor allem bei den Frauen, die noch genauso verführerisch sind wie damals: Ingela, die Tochter des Gießers im benachbarten Sommerhaus, und Frau Sorgedahl, die einen langweiligen Mann und so schöne weiße Arme hat.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Lars Gustafsson: "Frau Sorgedahls schöne weiße Arme" - Leseprobe
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2009
Andreas Breitenstein erkennt in Lars Gustafssons "Frau Sorgedahls schöne weiße Arme" einen "philosophischen Kindheitsroman" und begrüßt ihn auch als Einladung, ihn mit den fast zeitgleich erschienenen Erinnerungen von Olov Enquist zu vergleichen. Doch während Enquist in seiner Autobiografie mit geradezu "dunkler Energie" sein Leben durchforstet, spielt Gustafsson in seinem Roman beständig mit Wahrem und Erfundenem, stellt der Rezensent fest. Der Ich-Erzähler, wie der Autor selbst ein emeritierter Oxforder Professor, sieht sich von seinen Erinnerungen regelrecht überschwemmt. Gustafsson unterfüttert seine Texte "scheinbar planlos" mit Theorie, neben der spießigen Kleinstadtwelt der 50er Jahre, ersten Liebeserlebnissen oder dem intensiven Erleben jugendlicher Einsamkeit reflektiert er über nur im Diesseits zu findendes ewiges Leben und spielt lustvoll die "Paradoxien" des menschlichen Daseins durch, so Breitenstein gefesselt. Ihn haben die Erinnerungen gerade durch ihr Vermögen, das Sinnliche mit dem Transzendenten und Anekdotisches mit Theoretischem zu verbinden, beeindruckt, und er bewundert nicht zuletzt die erotische Kraft, die aus dem Band spricht.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.04.2009
Rezensentin Franziska Augstein fühlt sich mit diesem Buch des schwedischen Autors Lars Gustafsson "reich beschenkt". Die Hauptfigur, ein älterer Philosophieprofessor, der einige biografische Eckdaten mit Gustafsson teilt, hat "wenig Sorgen und viel Zeit". Über Letztere reflektiert er ausführlich und macht sie auf für Augstein faszinierende Art fassbar. Erstaunlich ist nach Meinung der Rezensentin, dass an dem Roman trotzdem kein Wort zu viel ist. Jede vom Autor erwähnte, noch so marginale Sache hat eine "über sie selbst hinausgehende Notwendigkeit". Augstein freut sich an der ebenso "spielerischen" wie "anmutigen" Art, mit der der Autor seine Exkursionen in "physikalische Größen und philosophische Theoreme" aufbereitet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.04.2009
Ein Buch als Spiel, das schon, aber für Renate Wiggershaus birgt der neue Roman von Lars Gustafsson jede Menge Welt. Als Mischung aus Philosophie und Erzählung charakterisiert die Rezensentin das Buch, an dem Erzähler macht sie deutliche Züge seines Schöpfers aus, wie etwa die Fähigkeit, aus Erinnerung und Imagination "unverwechselbares Leben" zu erschaffen. So führen die ephemere titelgebende Gestalt und ein frei fließender Erinnerungsstrom Erzähler und Rezensentin in die versunkene Welt einer Kindheit und Jugend, zu Fragen zu Liebe, Zeit und Tod und schließlich an einen konkreten Ort in Mittelschweden "mit Gärten, Häusern, Menschen".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2009
Gar nicht wenig, was Jochen Schimmang mitnimmt aus dieser Lektüre. Schließlich legt Lars Gustafsson seinem Helden, einem durchaus mit Zügen des Autors ausgestatteten Oxforder Philosophieprofessor, gute Gründe in den Mund, das Leben zu lieben. Das Schimmang bereits aus Gustafssons Romanzyklus "Risse in der Mauer" bekannte Leitmotiv des Individuums (Schimmang findet noch mehr Hinweise auf eine Beziehung zwischen den Werken) führt den Rezensenten durch die schwedische Kindheit und Jugend des Professors. Wie nebenher wirft die plaudernde Umkreisung alter Gustafsson-Themen dem Rezensenten immer wieder kleine Nuggets vor die Füße: Überlegungen zur Zeit (ein Möbiusband), zur Liebe (Erlösung) und zum ewigen Leben (findet statt, ganz antimetaphysisch). Laut Schimmang ergibt das nicht weniger als Gustafssons "schönstes Buch seit über 30 Jahren".
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